7 Tipps fürs Handeln und Feilschen auf dem Basar

7 Tipps fürs Handeln und Feilschen auf dem Basar 

Istanbul ist ein wahres Shopping-Paradies! Das Angebot an Waren aller Art ist riesig und vom kleinen Traditionslädchen über die edle Luxusboutique bis hin zum topmodernen Einkaufscenter ist alles vertreten. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es ja auch noch die vielen klassischen Basare und Straßenmärkte.

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Der Kapali Çarsi (auch Grand Bazaar oder Großer Basar) und der Misir Çarsisi (auch Spice Bazaar oder Ägyptischer Basar) dürften die beiden bekanntesten Basare sein. Der Sahaflar Çarsisi, der Sipahi Çarsisi (Arasta Basar), der Çarsamba Pazari in Fatih, der Cumartesi Pazari in Beşiktaş oder der Kadiköy Pazari und der Sali Pazari auf der asiatischen Seite der Stadt sind ein paar weitere Beispiele für Basare und Straßenmärkte in Istanbul.

Wer eine Istanbulreise unternimmt, sollte unbedingt mindestens einen Basar besuchen. Es wäre wirklich schade, wenn sich der Reisende dieses Highlight entgehen lässt. Das bunte Markttreiben und die besondere Atmosphäre sind nämlich immer wieder ein besonderes Erlebnis und nirgends ist das orientalische Flair besser zu spüren. Dies wiederum liegt daran, dass Basare schon seit jeher mehr sind als reine Handelszentren, in denen es nur ums Geschäftemachen und den Tausch von Ware gegen Geld geht. Basare sind vielmehr gesellschaftliche Treffpunkte.

Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, Geschichten erzählt und über Alltägliches geplaudert, gerne bei einer Tasse Tee oder Mokka. Aber auch das Einkaufen selbst ist ein besonderes Erlebnis, das seinen eigenen Regeln folgt. Denn anders als im Supermarkt oder Einkaufscenter, wo der Kunde seine Ware stillschweigend in den Einkaufswagen legt und an der Kasse die angegebenen Festpreise bezahlt, werden die Preise auf dem Basar ausgehandelt.

Es geht also nicht nur darum, einen Gegenstand auszusuchen und schnell zu bezahlen, um dann zum nächsten Stand zu eilen. Stattdessen wird der Einkauf genüsslich zelebriert, inklusive der dazugehörigen Preisverhandlungen. Vor allem das Aushandeln eines akzeptablen Preises ist für manchen Reisenden jedoch ungewohnt.

 

Der folgende Ratgeber verrät deshalb 7 Tipps fürs Handeln und Feilschen auf dem Basar: 

 

Tipp 1: Den Basar früh morgens besuchen.

Die beste Zeit für einen Basar- oder Marktbesuch ist früh morgens. Kurz nach dem Öffnen ist noch nicht so viel los und der Besucher kann gemütlich über den Basar schlendern. Gegen Mittag und am Nachmittag ist es gerne mal ziemlich überfüllt. Auch die Chancen auf einen guten Preis stehen morgens gut. Die Händler möchten nämlich ihr Tagesumsatzziel erreichen und werden sich deshalb ein Geschäft nur ungern entgehen lassen. 

 

Tipp 2: Auf das Erscheinungsbild achten.

Den Basar in teuren Markenklamotten gekleidet und mit edlem Goldschmuck dekoriert zu besuchen, ist nicht unbedingt die beste Idee. Auch die hochwertige Kamera und das neueste Smartphone-Modell sollten besser in der Handtasche bleiben.

Hat der Besucher offensichtlich genug Geld, wird sich das nämlich nicht unbedingt positiv auf seine Verhandlungsposition auswirken. Gut hingegen ist, wenn der Besucher sein Outfit aus Textilien zusammenstellt, die es so oder in ähnlicher Form auch auf dem Basar gibt. Denn dadurch vermittelt er, dass er nicht zum ersten Mal auf dem Basar ist und die gängigen Preise kennt.

 

Tipp 3: Sich einen Überblick verschaffen.

Insgesamt kann es nicht schaden, wenn sich der Besucher zunächst einen groben Überblick verschafft. Es reicht aber völlig aus, wenn er sich in zwei, drei Läden nach dem Preis für sein Wunschobjekt erkundigt. Gut ist, wenn die Läden dabei etwas weiter entfernt voneinander liegen.

Damit kennt er den Durchschnittspreis. Eine genaue Preisanalyse macht auf einem Basar wenig Sinn, denn die Händler nennen anfangs ohnehin nur die Preise, mit denen sie in die Verhandlungen einsteigen. Hat der Besucher etwas entdeckt, das er unbedingt haben möchte, sollte er es hingegen gleich kaufen. Vor allem größere Basare gleichen nämlich einem Labyrinth. Deshalb ist die Chance, genau diesen Laden oder Stand später noch einmal wiederzufinden, eher gering.

 

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Tipp 4: Kein übermäßiges Interesse zeigen und gekonnt verhandeln.

Auch wenn der Besucher einen Gegenstand unbedingt haben möchte, sollte er sein Interesse und seine Begeisterung besser für sich behalten. Zeigt er sich nur mäßig interessiert und vermittelt er den Eindruck, dass er den Artikel eigentlich nicht braucht, erhöht er seine Chancen auf einen guten Preis deutlich.

Der Einstiegspreis, den der Händler nennt, enthält bereits einen Aufschlag. Der Besucher muss also keine Bedenken haben, denn der Händler hat das Feilschen einkalkuliert und den Preis deshalb bewusst höher angesetzt. Um in die Preisverhandlungen einzusteigen, sollte der Besucher ein Angebot machen, das ungefähr 50 bis 60 Prozent des genannten Preises entspricht. Das Ziel sollte sein, sich am Ende auf etwa 75 Prozent des ursprünglichen Preises zu einigen.

Und noch ein kleiner Tipp: Wer als Paar unterwegs ist, sollte dem Mann die Verhandlungen überlassen. Nach alter Sitte sind es nun einmal die Männer, die die Geschäfte machen. Auch wenn die Emanzipation natürlich längst angekommen ist, wird ein Mann auf dem Basar einfach einen höheren Rabatt bekommen als eine Frau.

 

Tipp 5: Kein Feilschen beim Teetrinken!

Da ein Basar nicht nur ein Handelszentrum, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt ist und Gastfreundschaft in der Türkei großgeschrieben wird, wird der Besucher sicher zu einem Tee oder Kaffee eingeladen werden. Eine solche Einladung kann der Besucher bedenkenlos annehmen.

Mit dem Ladenbesitzer einen Tee oder Kaffee zu trinken, ist völlig unverbindlich und verpflichtet nicht zu einem Kauf. Allerdings ist das Feilschen um Preise während des Tee- oder Kaffeetrinkens tabu. Stattdessen sollte der Besucher die Zeit für Smalltalk nutzen. So erfährt er etwas über das Land und die Leute und erhält vielleicht den einen oder anderen Insider-Tipp für seinen weiteren Istanbul-Aufenthalt. 

 

Tipp 6: Nur handeln, wenn tatsächlich Kaufabsichten bestehen.

Das Feilschen um die Preise gleicht zwar einem Spiel. Dennoch stehen ernsthafte Absichten dahinter. Der Händler ist schließlich nicht zu seinem Privatvergnügen auf dem Basar oder Markt, sondern für ihn ist hier sein Arbeitsplatz und hier verdient er seinen Lebensunterhalt.

Aus diesem Grund sollte der Besucher nur dann in Preisverhandlungen einsteigen, wenn er den Artikel auch wirklich kaufen möchte. Es gehört sich nicht, erst zu verhandeln und dann nicht zu seinem Wort zu stehen. Wenn der Besucher dem Händler ein Preisangebot macht und der Händler damit einverstanden ist, muss der Besucher den Artikel zu diesem Preis auch kaufen. Will er nichts kaufen, sollte er von Anfang an dankend ablehnen und weitergehen. 

 

Tipp 7: Spaß haben!

Der wichtigste Tipp lautet, dass der Besucher Spaß haben sollte. Er sollte die Atmosphäre auf sich wirken lassen und in das orientalisch-bunte Markttreiben eintauchen. Verbissen um Preise zu feilschen oder gar zu schimpfen, zu fluchen oder herumzustreiten, ist der falsche Weg.

Mit einem freundlichen Lächeln und einer lockeren Haltung wird der Besucher sehr viel weiter kommen. Beim Handeln gibt es keinen Gewinner und keinen Verlierer. Stattdessen sollten am Ende beide zufrieden auseinander gehen: der Händler, weil er ein gutes Geschäft gemacht hat, und der Besucher, weil er ein schönes Andenken zu einem vernünftigen Preis bekommen hat.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.
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