Baukosten in Istanbul

Baukosten in Istanbul

 

Istanbul ist eine beeindruckende Stadt. Dies liegt aber nicht nur an ihrer Größe oder ihrer Lage. Istanbul ist auch wegen der Gegensätze faszinierend. So blickt die Metropole am Bosporus auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, hat viel altehrwürdige Kultur und Tradition zu bieten und gehört zu den ältesten, durchgehend bewohnten Städten.

Gleichzeitig ist Istanbul eine junge, lebendige und aufstrebende Metropole, die sich neu zu (er)finden scheint. Kein Wunder also, dass es viele in die türkische Stadt zieht.

Wer sich dauerhaft oder zumindest für längere Zeit in Istanbul niederlassen und nicht zur Miete wohnen möchte, wird sich früher oder später mit dem Immobilienmarkt beschäftigen. Dann wird sich die Frage stellen, ob es eine Bestandsimmobilie werden soll oder ob es nicht besser wäre, nur ein Grundstück zu kaufen und selbst zu bauen. Beides hat sicherlich seine Vor-, aber eben auch seine Nachteile.

 

Was spricht für den Kauf und was für den Bau?

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob es sinnvoller ist, eine Immobilie zu kaufen oder sein Traumhaus selbst zu bauen. Zum einen sind nämlich die eigenen Bedürfnisse entscheidend. Zum anderen kann es durchaus passieren, dass jemand eigentlich nur nach einem Grundstück gesucht hat, dann aber durch Zufall ein Haus findet, bei dem einfach alles stimmt. Andersherum ist möglich, dass jemand unzählige Objekte besichtigt und dabei feststellt, dass sein Traumhaus erst noch gebaut werden muss.

Sowohl der Immobilienkauf als auch der Selbstbau haben Plus- und Minuspunkte. Das vermutlich stärkste Argument für den Selbstbau ist die Gestaltungsfreiheit. Der Bauherr kann selbst entscheiden, in welchem Stil sein Haus gebaut, wie es räumlich aufgeteilt und wie es ausgestattet sein soll. Entscheidet sich der Hausherr für ein Fertighaus oder ein Haus in einer der neuen Istanbuler Wohnsiedlungen, kann er sich in Sachen Ideenumsetzung zwar nur bedingt austoben.

Aber zumindest was die Ausstattung und die Inneneinrichtung angeht, kann er durchaus ein Wörtchen mitreden. Wer sich hingegen für eine Bestandimmobilie entscheidet, muss aus dem auswählen, was der Markt bietet. Dies kann ein Nachteil sein, muss aber nicht. Ein älteres Haus hat mitunter deutlich mehr Charme als ein Neubau, zudem ist es meist in gewachsene Strukturen eingebettet.

Andererseits waren früher die Bauvorschriften in der Türkei nicht ganz so streng und einige Gebäude sind gänzlich ohne Baugenehmigung entstanden. Vom europäischen Baustandard, aktuellen Sicherheitsvorschriften, einer soliden Substanz oder einer ordentlichen Ausstattung kann so manches Immobilienschnäppchen deshalb weit entfernt sein. Für eine Bestandsimmobilie spricht dann aber wieder der Zeitfaktor.

Während der Immobilienkäufer nach dem Termin beim Grundbuchamt, durch den der Kauf unter Dach und Fach ist, direkt mit dem Umzugsvorbereitungen beginnen kann, warten auf den Bauherrn Besprechungen mit dem Architekten und den Handwerkern. Hinzu kommen die Termine bei diversen Ämtern und Behörden, danach die eigentliche Bauphase.

All dies kostet Zeit und mitunter auch Nerven. Vor Mängeln sind letztlich beide nicht gefeit. Der Bauherr kann zwar die Entstehung seines Hauses mitverfolgen, aber trotzdem können sich Fehler einschleichen, die erst später ans Licht kommen. Der Immobilienkäufer kann sich durch ein Gutachten vor versteckten Schäden schützen. Dennoch können Modernisierungen oder Renovierungen schneller notwendig werden, als er gedacht hat.

 

Wie sieht es mit den Baukosten in Istanbul aus?

Wer sich dazu entschließt, in eine Immobilie zu investieren, kommt natürlich auch an der Frage nach den Finanzen nicht vorbei. An diesem Punkt zeigt sich aber wieder, wie gegensätzlich Istanbul sein kann. Der Istanbuler Immobilienmarkt bietet Grundstücke, Wohnungen und Häuser in allen Preislagen. Und wie überall auf der Welt bestimmen die Lage, die Größe und die Nachfrage den Preis.

Insgesamt liegen die Preise aber (noch) deutlich unter dem Niveau anderer Weltstädte. Hierfür gibt es mehrere Gründe. So sind die Grundstückspreise zwar deutlich gestiegen. Die Häuser und Wohnungen liegen aber vor allem in Zentrumsnähe dicht an dicht. Der Anteil einer Wohneinheit am Grundstück ist deshalb kleiner und die Kosten sind dementsprechend geringer. Die Wohnfläche bei einer Bestandsimmobilie bezeichnet zudem meist die Bruttofläche.

Das bedeutet, die Innen- und Außenwände sowie anteilig das Treppenhaus werden mit zur Wohnfläche gezählt. Der andere und aus Sicht des Bauherren erfreuliche Grund ist, dass die Baukosten als solches in Istanbul wesentlich niedriger sind als hierzulande. Auch wenn die Wirtschaft seit Jahren kontinuierlich wächst, der Bausektor boomt und die Löhne gestiegen sind, verdienen Bauarbeiter und Handwerker einen Bruchteil dessen, was in Deutschland üblich ist.

Die Leistungen eines Architekten in Istanbul schlagen ebenfalls mit wesentlich weniger zu Buche, ebenso wie die Gebühren für die TAPU, die Baugenehmigung, die Grunderwerbssteuer und andere Abgaben. Die Preise für das Baumaterial sind teilweise günstiger, teilweise sind sie dem Weltmarktpreis angeglichen. Alles in allem kostet der eigentliche Hausbau in Istanbul also weniger als in Deutschland. Das heißt aber nicht, dass die Qualität deshalb schlechter wäre.

Mittlerweile sind die Bauvorschriften in Istanbul verschärft worden und Bauabnahmen unterliegen strengeren Kriterien. Ein Großteil der einheimischen Bauunternehmen arbeitet nach europäischen Standards und leistet tadellose Arbeit. Ähnlich wie in Deutschland ist es dabei auch in Istanbul üblich, ein Bauvorhaben in Phasen aufzuteilen und Zahlungen nach Baufortschritt zu leisten.

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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