Die Felsengräber von Myra

Die Felsengräber von Myra

In der Türkei gibt es viele spannende und geschichtsträchtige Stätten zu bestaunen. Allein Istanbul bietet schon genug Sehenswürdigkeiten, um das Ausflugsprogramm für einen langen Urlaub damit zu füllen.

Felsengräber Myra

Doch wer einen Istanbul-Trip mit anschließender Entspannung an der Türkischen Riviera kombinieren möchte, sollte sich unbedingt auch die Felsengräber von Myra anschauen.

Im Südwesten der Türkei und im westlichen Teil des Taurusgebirges liegt die antike Stadt Myra. Die kleine Stadt in der Provinz Antalya heißt heute Demre. Und weil in der Stadt der Nikolaus von Myra geboren sein soll, ist Demre ein bekannter Wallfahrtsort.

Doch es gibt noch einen anderen Grund, der viele Türkei-Urlauber in die antike Stadt lockt: die Felsengräber. Die berühmten Gräber gehen nahtlos in die einmalige Felsformation über und schmiegen sich in die Berglandschaft von Lykien ein, die sie umgibt.

Wie die Felsengräber von Myra entstanden sind

Myra war einst ein wichtiger Umschlagplatz für den Seehandel. Doch von diesem Glanz ist heute nicht mehr viel übrig. Wenn Touristen heute nach Myra kommen, dann zieht es sie vor allem wegen der Felsengräber hierher. Die Felsengräber sind etwa um 400 vor Christus entstanden.

Und wer den geschichtsträchtigen Ort erreicht, stellt schnell fest, wie einmalig die Felsengräber sind. Denn die Lykier bestatteten ihre Verstorbenen nicht wie bei uns üblich unter der Erde. Stattdessen sollten sie hoch oben ihre letzte Ruhe finden. Und aus diesem Grund wurden die Gräber in die Felsen gemeißelt, um sie auf diese Weise so hoch wie möglich anzulegen.

Altertumsforscher vermuten, dass die Lykier einem sogenannten Entrückungsglauben folgten. Demnach sollten Vogeldämonen die Seelen der Verstorbenen mit in den Himmel nehmen. Und vor diesem Hintergrund lag es nahe, die Verstorbenen nicht in der Erde zu vergraben. Denn je weiter oben sie lagen, desto kürzer war der Weg für die Vogeldämonen.

Die Felsengräber sind aber nicht nur wegen ihrer Lage eine Besonderheit. Oder weil sie in Felsen gebaut sind. Hinzu kommt noch die Bauart. So sind die Gräber im gleichen Stil erbaut wie einst die Wohnhäuser der Lykier. Sie sind keine einfachen Höhlen, sondern mit Fenster- und Türöffnungen ausgestattet. Außerdem haben sie zahlreiche Verzierungen in Form von Reliefen und Skulpturen, die den Felsengräbern eine einzigartige Optik verleihen.

 

Die Nikolauskirche

Ein weiterer guter Grund, um nach Myra zu kommen, ist die Nikolauskirche. Die Grabeskirche wurde um 600 nach Christus zu Ehren von Nikolaus von Myra erbaut. Die Kirche ist heute eine dreischiffige Basilika, im Inneren sind byzantinische Fresken und römische Sarkophage zu sehen. Vor der Kirche wiederum steht ein modernes Nikolaus-Denkmal.

Nikolaus von Myra war ein Bischof und wurde später heilig gesprochen. Der Legende nach soll sich der Bischof für die Armen und Bedürftigen in der Region eingesetzt haben. Und auch über seinen Tod hinaus soll der Bischof Gutes bewirkt haben.

So gibt es Geschichten darüber, dass es an seinem Grab zu Wunderheilungen und anderen unerklärlichen Ereignissen kam. Jedenfalls kennt hierzulande jedes Kind den Nikolaus, der ihnen Anfang Dezember Geschenke bringt. Doch dass dieser Nikolaus eigentlich ein Bischof war und aus der Türkei kommt, wissen wohl die wenigsten. Jedenfalls lohnt es sich, sich die geschichtsträchtige Kirche anzuschauen. Für Gläubige und Pilger ist sie zudem ein beliebter Wallfahrtsort.

Übrigens:

Sowohl die Felsengräber von Myra als auch die Nikolauskirche waren über Jahrhunderte im Schlamm des Demre-Flusses versunken. Erst ein deutsches Archäologenteam legte die beiden historischen Stätten frei und erforschte sie.

 

Weitere Highlights rund um Myra

Die bizarren Felsformationen, in denen sich die Gräber in den Himmel erheben, und die wunderbare Berglandschaft als Rahmen sind ein echtes Highlight. Und dabei garantiert sowohl der Anblick aus der Ferne als auch aus direkter Nähe unvergessliche Bilder.

Ebenso interessant ist ein Besuch der Nikolauskirche. Doch in der näheren Umgebung gibt es noch viele weitere Ziele, die sehenswert sind. Im Ort Kaleköy beispielsweise lädt die mittelalterliche Burg zu Streifzügen durch die Geschichte ein. Dabei ist Kaleköy auf der antiken Stadt Simena erbaut und bis heute nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Hübsch ist auch die kleine Insel Kekova. Auf der heute unbewohnten Insel finden sich die Überreste von einem einstigen Dorf.

Kaleköy und Kekova werden meist auf einer Bootstour miteinander verbunden. Und bei einem solchen Ausflug kann der Urlauber auch gleich die herrlichen Schnorchelgebiete vor der türkischen Küste erkunden. Oder er sucht sich einfach ein schönes Hotel in der Gegend um Antalya und lässt die Seele baumeln.

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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