Die Geschichte von Istanbul

Die Geschichte von Istanbul

Die Geschichte von Istanbul ist lang und bewegt. Von den Griechen als Byzantion gegründet, entwickelte sich die Stadt zu einem einflussreichen Handelszentrum. Als Konstantinopel war sie Hauptstadt des byzantinischen Reiches, im Mittelalter die einzige Metropole in Europa und zu Zeiten des Osmanischen Reiches die größte und eine der prächtigsten Städte Europas.

Seit 1923 ist Istanbul keine Hauptstadt mehr und zahlreiche Auseinandersetzungen und politische Konflikte haben ihre Spuren hinterlassen.

Aber Istanbul konnte sich erholen und ist heute nicht nur das wirtschaftliche, finanzielle und kulturelle Zentrum der Türkei, sondern auf dem besten Wege dazu, wieder die bedeutende Metropole zu werden, die Istanbul früher war.

Byzantion

Die Geschichte der Stadt beginnt um 660 v. Chr., als dorische Griechen aus Argos, Megara und Korinth am europäischen Ufer des Bosporus eine Kolonie namens Byzantion gründen. Dank der günstigen geographischen Lage entwickelt sich Byzantion rasch zu einem wichtigen Handelszentrum.

Gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. wird die bedeutsame Siedlung zunächst zum Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den Persern und den Griechen, später von innergriechischen Konflikten. Nach der Eroberung durch den persischen König Darius I. im Jahre 513 v. Chr. und einer zweijährigen Besetzung durch Sparta ab 478 v. Chr. entscheidet sich Byzantion für die Demokratie als Regierungsform.

Unter dem Druck Athens wird die Stadt Mitglied des Attischen Seebundes. In den Jahren 340 und 339 widersteht Byzantion dem Belagerungsversuch vom makedonischen König Philipp II. und stellt sich nach dem Zerfall des Königreichs Makedonien immer deutlicher auf die Seite des konstant wachsenden Römischen Reiches. 196 v. Chr. wird Byzantion schließlich römischer Bundesgenosse und soll diesen Sonderstatus erst unter Kaiser Vespasian wieder verlieren.

196 unterstützt Byzantion den römischen Gegenkaiser Gaius Pescennius Niger und wird als Strafe dafür auf Anordnung des römischen Kaisers Septimius Severus zerstört. Die Stadt wird aber wieder aufgebaut. 258 plündern Goten Byzantion. 324 vereinigt der römische Kaiser Konstantin I., auch bekannt als Konstantin der Große, die beiden Teile des Römischen Reiches. Sechs Jahre später gibt er der neuen Hauptstadt den Namen Nova Roma, zu Deutsch Neu-Rom, bekannter wird das ehemalige Byzantion jedoch unter der Bezeichnung Konstantinopel.

Es dauert nur wenige Jahrzehnte, bis sich die Fläche der Stadt verfünffacht. Ab 412 lässt Kaiser Theodosius II. eine neue Stadtmauer richten. Durch diese Mauer, die westlich von der durch Konstantin erbauten Stadtmauer steht und bis heute erhalten geblieben ist, verdoppelt sich die Stadtfläche von sechs auf zwölf Quadratkilometer. Konstantinopel ist inzwischen die größte Stadt des Mittelmeerraums.

Konstantinopel

Unter Kaiser Justinian I. wird Konstantinopel ein weiteres Mal prächtig ausgebaut. Ein Beispiel hierfür ist die Hagia Sophia, eines der heutigen Wahrzeichen der Stadt. Konstantinopel wird nicht nur zur größten, sondern auch zur mit Abstand reichsten Stadt im Mittelmeerraum und in Europa.

Mitte des 11. Jahrhunderts beginnt die türkische Fürstendynastie der Seldschuken ihre Eroberungszüge durch Kleinasien und diesen fällt zweitweise auch das östliche Hinterland Konstantinopels zum Opfer. Gleichzeitig erhalten Venedig, Genua und andere italienische Städte Handelsprivilegien und ihnen werden großzügige Wohnquartiere im Norden der Stadt, den Genuesen später auch am nördlichen Ufer des Goldenen Horns zugesprochen. Der Bruch zwischen der Römisch-Katholischen und der Orthodoxen Kirche als kirchliche Einheit im Jahre 1054 erschwert die Situation zusätzlich.

1171 erlässt Kaiser Manuel I. Haftbefehle gegen die Venezianer und ordnet die Beschlagnahmung ihres Eigentums an. Venedig rächt sich durch den Vierten Kreuzzug: 1204 erobern Kreuzritter die Stadt, plündern Konstantinopel, zerstören Kunstwerke von unschätzbarem Wert und ermodern zahlreiche Einwohner.

In den Folgejahren ist Konstantinopel die Hauptstadt des Lateinischen Kaiserreichs, die Einwohnerzahl ist aber auf etwa 100.000 geschrumpft. 1261 erobert Kaiser Michael VIII. Konstantinopel zurück und lässt das byzantinische Kaisertum wieder auferstehen. Allerdings muss Kaiser Michael VIII. immer wieder Eroberungsversuchen standhalten. Vom Glanz und Gloria vergangener Tage ist jedoch nicht mehr viel übrig, sondern Konstantinopel bildet letztlich nur noch das Zentrum einer Regionalmacht.

Ab 1354 erobern die Osmanen nach und nach das Hinterland, um 1400 umfasst das byzantinische Kaiserreich nur noch Konstantinopel und sein unmittelbares Umland sowie kleine Gebiete im Norden und Süden von Griechenland. 1422 kann sich Konstantinopel noch einmal gegen die Belagerung durch Sultan Murad II. wehren.

Kostantiniyye

Im April 1453 leitet Sultan Mehmed II. eine weitere Belagerung durch seine Streitkräfte ein, einen Monat später wird die Stadt besetzt. Nach Bursa und Adrianopel wird die Stadt, die jetzt offiziell Kostantiniyye heißt und gelegentlich Istanbul genannt wird, die neue Hauptstadt des Osmanischen Reiches.

In den Folgejahren wird das teils zerstörte Kostantiniyye wieder aufgebaut und planvoll besiedelt. Ihren Höhepunkt als osmanische Hauptstadt erlebt die Stadt unter Sultan Süleyman I., dessen Architekt Sinan mit Moscheen, Palästen, Brücken, Brunnen und anderen Bauwerken prägenden Einfluss auf das Stadtbild hat. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts nehmen dann der Einfluss und die Größe des Osmanischen Reiches sukzessive ab.

Damit verliert auch Kostantiniyye an kosmopolitischer Bedeutung.

Der Balkankrieg 1912/13 erinnert die europäischen Mächte und Russland an die Gefahr, die von einem Machtvakuum in den strategisch wichtigen Meerengen ausgeht. Gleichzeitig stellt sich im Orient die Frage nach der Kontrolle dieser Meeresengen und der Aufteilung der Osmanischen Reiches nach Interessen. Im Ersten Weltkrieg kann sich das Osmanische Reich, das an der Seite der Mittelmächte kämpft, noch gegen den Zugriff der Entente wehren. (Den Mittelmächten gehörten das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und später Bulgarien an, die Entente bestand aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Russland.)

Trotzdem geht der Krieg verloren und 1918 besetzen britische und französische Truppen die Metropole. 1920 wird im Friedensvertrag von Sèvres das Osmanische Reich unter den alliierten Siegermächten aufgeteilt. Gleichzeitig fordert Griechenland, das die Metropole zu seiner Hauptstadt machen möchte, dass das einst von den Griechen gegründete Byzanz an die Griechen zurückgegeben wird.

Mustafa Kemal, bekannt als Atatürk, leitet 1919 den türkischen Befreiungskrieg ein. Dieser hat unter anderem zur Folge, dass nach fünfjähriger Besatzungszeit 1923 die letzten Einheiten der alliierten Truppen aus Istanbul abziehen. Im selben Jahr wird der Regierungssitz nach Ankara verlegt, um ein klares Zeichen für die Abgrenzung der neuen Republik von der osmanischen Tradition zu setzen.

Istanbul

Nach teils sehr starken Schwankungen bei der Einwohnerzahl beginnt Istanbul in den 1950er-Jahren, sich wieder neu zu entfalten und gleichzeitig rapide zu wachsen. Viele Menschen aus ländlichen Regionen ziehen in die Stadt, oft in der Hoffnung hier Arbeit zu finden und ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Daneben finden zahlreiche Einwanderer aus Asien und Europa in Istanbul ein neues zu Hause.

Groß angelegte Bauprojekte werden umgesetzt, Istanbul dehnt sich immer weiter aus und viele umliegende Dörfer und Kleinstädte werden zu neuen Stadtteilen. 1994 wird der heutige Ministerpräsident Erdoğan zum Bürgermeister Istanbuls, nach Gürtuna tritt der heutige Bürgermeister Topbaş seine Nachfolge an. Trotz einiger Anschläge und Demonstrationen in jüngerer Vergangenheit ist Istanbul heute wieder auf dem Weg, an die Glanzzeiten alter Tage anzuknüpfen.

Die Wirtschaft verzeichnet ein stabiles Wachstum, eine ausländer- und unternehmensfreundliche Politik hat den türkischen Markt geöffnet und Immobilien in der alterwürdigen Weltstadt sind heißbegehrt.

Die beeindruckende Mischung aus Tradition und Moderne, die einzigartige geographische Lage und nicht zuletzt die herzliche, gastfreundliche Art der Bewohner sind nur ein paar Gründe dafür, weshalb die Metropole am Bosporus völlig zurecht als eine der interessantesten Städte der Welt gilt.

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Thema: Die Geschichte von Istanbul

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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