Süßigkeiten aus Istanbul

Süßigkeiten aus Istanbul

Istanbul ist nicht nur wegen der Größe, der langen und spannenden Geschichte oder des pulsierenden Nachtlebens eine beeindruckende Metropole. Auch als Shopping-Ziel gehört Istanbul zu den absoluten Top-Adressen. Hinzu kommen die Gastfreundlichkeit und die hervorragende Küche, die jedes Essen zu einem kleinen Festmahl werden lässt.

Doch damit nicht genug. Istanbul hat nämlich noch eine weitere Besonderheit zu bieten, die Einheimische wie Touristen gleichermaßen erfreut: seine Süßigkeiten.

Lokum und die Legende um Abdülhamid I.

„Süß lass uns essen, süß lass uns sprechen“ heißt ein altes türkisches Sprichwort. Ob der 27. Sultan des Osmanischen Reiches, Abdülhamid I., dieser Weisheit folgte, um die Damen in seinem Harem milde zu stimmen, sei dahingestellt. Jedenfalls gab es im Topkapi-Palast mit der „Sekerciler Helvahane“ eine eigene Küche nur für Süßspeisen.

Fest steht außerdem, dass der Sultan im späten 18. Jahrhundert den besten Zuckerbäckern des Landes den Auftrag erteilte, eine Süßigkeit zu kreieren, die so köstlich sein sollte, dass sie selbst die kratzbürstigste und widerspenstigste Frau zu einer zahmen und liebreizenden Dame verwandeln würde.

Schließlich war es ein Zuckerbäcker aus Kastamonu namens Haci Bekir, der dem Sultan und seinen Haremsdamen eine Süßigkeit präsentierte, die sie restlos überzeugte. Es waren kleine Würfel aus einer herrlich süßen, geleeartigen Masse, umhüllt von einer Schicht Puderzucker. 1777 ließ sich der Zuckerbäcker in Istanbul nieder und eröffnete am Goldenen Horn, unweit des Ägyptischen Basars, ein kleines Geschäft mit Süßwaren.

Dieses Geschäft gibt es bis heute, inzwischen wird es von Bekirs Urenkelin und deren Vater geführt. Die kleinen süßen Würfel heißen „lokum“. Der Name geht auf das arabische „rahatul hulkum“ zurück und bedeutet übersetzt soviel wie „behaglich oder angenehm im Hals“. In Anatolien war lokum vermutlich schon im 14. Jahrhundert bekannt und beliebt. Seinerzeit wurde die Süßigkeit aber mit Honig oder Traubensirup gesüßt und als Bindemittel wurde Mehl verwendet.

Haci Bekir verlieh seinen Süßigkeiten einen neuen Geschmack und eine feinere Textur, indem er Zucker zum Süßen nutzte und das Mehl durch Maisstärke ersetzte. Der Sultan war so angetan von Bekirs Kreation, dass er den Zuckerbäcker zum höfischen Chefzuckerbäcker ernannte. Über den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte lässt sich sicher spekulieren.

Unbestritten ist aber, dass lokum zu den sehr beliebten und überaus köstlichen Leckereien gehört.

Süßigkeiten aus Istanbul erobern die Welt

Die wunderbar süßen und köstlichen kleinen Geleewürfel wurden weit über die Stadtgrenzen Istanbuls und auch des Osmanischen Reichs bekannt. Verantwortlich hierfür ist ein Reisender, der eine Schachtel lokum nach London mitnahm. Der Unbekannte gab der Süßigkeit den Namen „Turkish Delight“ und verhalf ihr so zu Weltruhm.

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Selbst große Persönlichkeiten und namhafte Stars verfielen der türkischen Leckerei. Napoleon etwa soll am liebsten lokum genascht haben und auch Winston Churchill wusste die Süßigkeit wohl zu schätzen. Picasso wiederum soll besonders kreativ und konzentriert gearbeitet haben, wenn er sich zuvor ein paar der süßen Würfel gegönnt hatte.

Der Legende nach soll die US-amerikanische Schauspielerin Rita Hayworth einem türkischen Journalisten mehrfach ein Interview verweigert haben. Erst als er ihr eine Schachtel lokum zukommen ließ, willigte sie schließlich doch in das Gespräch ein.

 

Die Istanbuler und ihre Süßwaren

Viele türkische Süßigkeiten sind eng mit bestimmten Festen, besonderen Anlässen oder Traditionen und Riten verbunden. Lokum beispielsweise ist das typische Geschenk, das Verwandte und Freunde zum Zuckerfest bekommen. Während des Ramadan wird traditionell eine köstliche Süßspeise namens „güllâç“ zubereitet.

Für dieses Dessert werden dünne Reisblätter in Milch, die mit süßem Rosenwasser gewürzt ist, getränkt und anschließend mit Walnüssen und Granatapfelkernen verfeinert. Bei ernsten Anlässen wie Beerdigungen und bei feierlichen Ereignissen kommt „helva“ auf den Tisch. „Helva“ wird auch türkischer Honig genannt

und besteht aus Zucker, Honig und Sesam. Da in Istanbul und in der Türkei aber generell sehr gerne süß gegessen und genascht wird, gibt es natürlich auch jede Menge Süßwaren, die längst fester Bestandteil der Alltagsküche sind. Ein Beispiel hierfür ist „baklava“. „Baklava“ ist ein Gebäck aus Blätterteig, das mit Nüssen oder Pistazien garniert und anschließend mit einem sehr süßen Zuckersirup übergossen wird. Kuchen und Torten, Kekse, Trockenfrüchte, Marzipan, Eis, Bonbons und Leckereien mit so klangvollen Namen wie „Nachtigallennester (bülbül yuvasõ)“ oder „Schöne Lippen (dilber dudagi)“ sind ebenfalls beliebte Naschereien.

An praktisch jeder Ecke findet sich ein Geschäft, das süße Köstlichkeiten zum Gleichessen oder als Geschenk und Souvenir anbietet. In Istanbul erfreuen sich aber auch die „muhallebici“ großer Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um Puddingshops, in denen Puddings in verschiedenen Varianten serviert werden. So steht auf den Speisekarten beispielsweise „muhallebi“, ein schlichter Reispudding, und „firin sütlaç“, ein dicker Pudding aus Reismehl, der im Backofen eine herrliche, goldbraune Kruste erhält.

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