Unterwegs in Beyoglu

Unterwegs in Beyoglu

 

Istanbul wäre ein perfektes Beispiel, wenn es darum ginge, zu erklären, was Widersprüche sind. In kaum einer anderen Stadt liegen Antike und Moderne, Tradition und Fortschritt, Brauchtum und Zeitgeist so nah beieinander wie hier. Ein idealer Ausgangspunkt, um die Millionenmetropole am Bosporus zu erkunden, ist der Stadtteil Beyoglu. Hier trifft alles aufeinander, was Istanbul so einzigartig macht.

 

Unterwegs in Beyoglu

In der kleinen Gasse Asmali Meselik laden gemütliche Cafés und chice Bistros zum Frühstück ein. Während der Kellner Tee und allerlei Köstlichkeiten serviert, ist vom Tünel-Platz, der gleich um die Ecke liegt, Musik zu hören. Die Lieder der Band konkurrieren mit den Rufen der Schrottsammler, die ihre Holzkarren durch die Straßen schieben und um Altmetall bitten. Unbeeindruckt davon traben ein paar Hunde an den alten Hausfassaden und diversen Graffiti vorbei.

Früh am Morgen ist es für Istanbuler Verhältnisse hier aber erstaunlich ruhig. In der Istiklal Caddesi, der Fußgängerzone, buhlen unzählige Geschäfte um die Gunst der Kunden. Internationale Modeketten, Filialen von Telekommunikationsanbietern und Cafés sind genauso vertreten wie nostalgische Buchläden und wunderschöne Geschäfte mit traditionellen Süßigkeiten. Doch Beyoglu hat in Sachen Shopping noch weit mehr zu bieten.

Die Läden in den Nebenstraßen der Fußgängerzone dürften die Herzen von Shopping-Fans erst so richtig schneller schlagen lassen, egal ob ihre Wahl auf maßgeschneiderte Kleider, ausgefallene Schuhe oder eindrucksvollen Schmuck im Art-deco-Stil fällt. Nur wenige Schritte weiter, in der Faik Pasa Yokusu, eröffnet sich eine völlig andere Welt.

Hier bieten Trödler Antiquitäten an. Die Verkaufsstände sind vollgestopft mit Raritäten aus längst vergangenen Tagen, von Schüsseln über Schallplatten und Poster bis hin zu mondänen Möbelstücken ist alles vorhanden.

Mit etwas Glück ist das eine oder andere antike Schätzchen dabei, das in einer anderen Metropole vermutlich ein Vielfaches mehr kosten würde. Nicht weit entfernt befindet sich der Basar. Zumindest ein kurzer Abstecher muss unbedingt sein, denn ohne einen Basarbesuch würde einem Istanbul-Aufenthalt etwas fehlen.

 

Abends erwacht Beyoglu so richtig zum Leben

Kurz vor Sonnenuntergang wird es Zeit, in ein Restaurant einzukehren und sich die Köstlichkeiten der türkischen Küche schmecken zu lassen. Dabei kann der Blick über den Bosporus schweifen, der mit seinen Schiffen, Fähren und Booten vor dem rosa gefärbten Horizont eine herrlich romantische Postkartenkulisse bietet. Ein kräftiger Schluck Raki schließt das reichhaltige Abendessen ab.

Von Ausruhen und Schlafengehen kann jetzt aber keine Rede sein, denn nachts erwacht das Viertel erst richtig zum Leben. Wenn der Muezzin um 22.30 Uhr zum letzten Mal zum Gebet gerufen hat, beginnt das bunte Treiben in den nächtlichen Straßen. Junge Discogänger ziehen von Club zu Club und von Bar zu Bar. Andere sitzen mit ihren Freunden an den unzähligen kleinen Tischen, die die Cafés auf die Straßen gestellt haben.

Sie lassen sich das eine oder andere Getränk schmecken, plaudern oder beobachten die Darbietungen der Straßenkünstler. Es wird gelacht, getanzt und gefeiert. Zwischen all den jungen, modern gekleideten und top gestylten Personen tummeln sich aber immer wieder auch alte Männer und Straßenhändler, die Tand und Nippes aller Art verkaufen.

Wer in eine Bar oder ein Café einkehrt, wird versuchen, einen Platz auf dem Balkon oder der Dachterrasse zu bekommen. Von hier aus eröffnet sich ein traumhafter Blick auf das Treiben, begleitet von den bunt glitzernden Lichtern der Stadt und den goldenen Kuppeln der Moscheen, die sich majestätisch auf der anderen Seite des Goldenen Horns erheben. Wer dem Dröhnen der Bässe, die die Nachtluft erfüllen, nicht widerstehen kann, hat die Qual der Wahl.

Von türkischer Folklore über Gypsy-Musik bis hin zu Rock und Pop ist praktisch jede Musikrichtung vertreten. Mal wird Live-Musik gespielt, mal heizt ein DJ dem Publikum ein und mal läuft einfach nur eine CD. Wie wichtig die Musik in Beyoglu ist, wird spätestens bei einem Spaziergang in Richtung Galataturm deutlich. In der Galip Dede Caddesi reihen sich Läden mit unzähligen Musikinstrumenten aller Art aneinander, später bestimmen Geschäfte mit Haushaltsgeräten das Bild. Vom Galataturm aus eröffnet sich wieder ein anderer Blick auf die Stadt.

So sind liebevoll und aufwändig renovierte Jugendstilhäuser zu sehen, die neben heruntergekommenen Bauten mit kaputten Dächern stehen, während die Blaue Moschee für einen beeindruckenden Hintergrund sorgt. Beyoglu wirkt wie ein chaotisches Labyrinth aus Straßen und Gassen voller Geschäfte, Cafés, Bars, Clubs und Märkte, mit den berühmten Sehenswürdigkeiten Istanbuls im Blickfeld. Über Jahrhunderte gewachsen, ständig erneuert, lebendig, traditionsverbunden und ganz nah am Zeitgeist – so ist Beyoglu und so ist Istanbul.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.
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