Grundstückspreise in Istanbul

Grundstückspreise in Istanbul

Von der altehrwürdigen Hauptstadt dreier Weltreiche zur top-modernen Metropole, von der geschichtsträchtigen Stadt zur angesagten, schillernden Megacity: Istanbul hat seit den 1950er-Jahren eine Entwicklung hingelegt, die ihresgleichen sucht.

Gut ein Drittel des türkischen Bruttoinlandsprodukts wird mittlerweile in der Metropole am Bosporus erwirtschaftet, die längst zum wirtschaftlichen, finanziellen und kulturellen Zentrum der Türkei aufgestiegen ist.

Als wichtige Drehscheibe zwischen West und Ost bescheinigen Experten aus aller Welt der heimlichen türkischen Hauptstadt das größte Wachstumspotenzial aller Städte in Europa und geben damit den Istanbuler Entscheidungsträgern Recht, die die Megacity in naher Zukunft in einer Liga mit Zentren der Weltwirtschaft wie New York, London, Frankfurt oder Tokio sehen.

Das Istanbuler Stadtbild im Wandel

Imposante Prachtbauten, schlanke Minarette, gewaltige Kuppeln und prächtige Holzhäuser zeugen nicht nur von der langen und bewegten Geschichte der Stadt, sondern waren Jahrhunderte lang die Elemente, die die Silhouette der Metropole prägten. Heute mischen sich immer mehr topmoderne Hochhäuser mit glitzernden Glasfassaden unter die altehrwürdigen Wahrzeichen.

Riesige Einkaufszentren reihen sich neben kleinen, verträumten Läden ein, neben traditionellen Teestuben eröffnen High-Class-Restaurants mit internationaler Küche und der Gebetsruf des Muezzin, der fünfmal täglich durch die Stadt schallt, wird vom Hupen unzähliger Autos und dem Klingeln von noch mehr Handys begleitet. Istanbul ist ohne Frage dabei, sich zu verändern.

Vielleicht ist es gerade die Mischung aus Tradition und Moderne, aus eigener Identität und internationalen Standards, die den besonderen Reiz der Stadt ausmacht. Der Weg zurück zu Glanz und Macht alter Tage hat jedoch auch seinen Preis. So verändert das Werben um weltweite Aufmerksamkeit und finanzstarke Investoren nicht nur das Stadtbild, sondern bleibt auch für das soziale Gefüge nicht ohne Folgen.

Von internationalen Studien als lukrativste Stadt auf dem europäischen Immobilienmarkt tituliert und von der Politik gezielt forciert, befindet sich die historisch entstandene Stadtstruktur unverkennbar im Umbau. Investoren stecken viel Geld in repräsentative Bürogebäude, während sich Waldgebiete an den Stadträdern in schicke Wohnsiedlungen für zahlungskräftige Mieter verwandeln. Seit der Neuausrichtung der türkischen Politik in den 1980er-Jahren und der damit einhergehenden Öffnung der Märkte ist der türkische Immobilienmarkt ins internationale Interesse gerückt.

Die Grundstückspreise in Istanbul sind in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen, Mieteinnahmen in der Metropole gehören inzwischen zu den wichtigsten und renditeträchtigsten Einnahmequellen für Anleger. Sofern Gebäude in der Innenstadt nicht als Büro– und Geschäftsflächen genutzt werden, entstehen hier hübsche Mietwohnungen für Gutverdienende. Heruntergekommene Altbauten werden aufwändig saniert und damit aufgewertet.

Die Folge davon ist nicht nur ein ansprechendes Erscheinungsbild, sondern eben auch eine deutlich höhere Miete. Bewohner, die teils schon seit Generationen in den Häusern leben, haben oft keine andere Wahl, als in weniger angesagte Viertel zu ziehen. Fairerweise muss an dieser Stelle aber gesagt werden, dass dies keineswegs ein Phänomen ist, das nur Istanbul betrifft.

In nahezu allen Großstädten weltweit ist diese sogenannte Gentrifizierung zu beobachten.

Istanbul als Vorbild in Sachen Integration

Obwohl es in Istanbul keine echte planerische Steuerung der Stadtentwicklung gibt und auch die Sozialpolitik überschaubar ist, endete das enorme Wachstum der Bevölkerung in keinem Chaos. Stattdessen ist es in der Metropole am Bosporus, deren Einwohnerzahl sich seit den 1950er-Jahren immerhin von einer Million fast verfünfzehnfacht hat, gelungen, die unzähligen Zuwanderer zu integrieren.

Dabei waren es keineswegs immer nur gut ausgebildete Arbeitskräfte, die in die Stadt kamen. Den weitaus größeren Teil der Zuwanderer bildeten einfache, ungelernte, mittellose Leute, die sich in der wachsenden Weltstadt eine bessere Zukunft erhofften. Ohne kommunale Pläne, ohne Baugenehmigungen und ohne Grundbesitz bauten sie einfach neue Häuser. Diese Siedlungen erhielten bald den Namen Gecekondu, was übersetzt etwa über Nacht gebaut bedeutet.

Schätzungen zufolge gehen rund 60 Prozent des heutigen Stadtgebiets von Istanbul auf solche Siedlungen zurück. Das türkische Gesetz verbot es jedoch, einmal errichtete Häuser, selbst wenn es teils nur provisorische Hütten waren, einfach so wieder abzureißen. Seit 1966 gab es zudem mehrere Amnestiegesetze, die aus den Zuwanderern, die einst städtischen oder staatlichen Boden in Beschlag genommen hatten, schrittweise Grundbesitzer werden ließen.

Gleichzeitig erfolgte mit der Vergabe der Besitztitel meist auch der Anschluss an die öffentliche Wasser- und Stromversorgung. Wie sich heute zeigt, sorgte diese Vorgehensweise dafür, dass weder Ghettos in der Stadt noch Slums an den Stadträndern entstanden sind.

Große Unterschiede bei den Grundstückspreisen in Istanbul

Mittlerweile mag die Politik von Ministerpräsident Erdogan vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsschichten auf Kritik stoßen, denn bei Weitem nicht alle sind mit der Aufbruchstimmung und den teils großen Veränderungen in Istanbul einverstanden. Andererseits hat sich das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei seit Erdogans Amtsantritt verdoppelt und abgesehen von einer durch die Weltwirtschaftskrise bedingten Flaute, weist die türkische Wirtschaft eine konstante Zuwachsrate auf.

Aus der ehemaligen Agrarnation ist ein Volk von Unternehmern und Kaufleuten geworden und ein bisschen scheint die Istanbuler Geschichte auch die Botschaft zu vermitteln, dass das Anknüpfen an Glanz und Erfolg durchaus gelingen kann. Die Entwicklung Istanbuls ist dabei aber noch lange nicht abgeschlossen.

Experten gehen davon aus, dass die Stadt im kommenden Jahrzehnt auf etwa 25 Millionen Einwohner wachsen wird. Mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren sichert die meist gut ausgebildete, fleißige und offene Bevölkerung die Nachfrage nach Wohnungen, Büros, Einkaufszentren, Freizeitmöglichkeiten und den anderen Produkten, die ein Immobilienmarkt bereitstellen kann.

Hinzu kommen die zahlreichen Touristen, die Jahr für Jahr in die beeindruckende Metropole kommen. Schon jetzt gilt es aber, die Augen offen zu halten, wenn der Kauf einer Wohnung, eines Hauses oder eines Grundstücks geplant ist. Die Auswahl auf dem Istanbuler Immobilienmarkt ist riesig, allerdings sind dies die Preisunterschiede auch. So ist es durchaus möglich, eine passable Immobilie zu finden, bei der ein Quadratmeter für deutlich unter 100 Euro zu haben ist. Nur ein paar Häuser weiter können die Grundstückspreise aber genauso gut hundertmal so hoch sein.

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Veröffentlicht von

Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

Ein Gedanke zu „Grundstückspreise in Istanbul“

  1. Iyi günler,

    Istanbul/Besiktasda yada Sislide arsa aramaktayiz.

    Buyüklügu yaklasik 500m² civarinda olabilir. Tekliflerinize emaile gönderebilirsiniz.

    En kisa zamanda sizden haber alma dilegiyle.

    Saygilarimla
    Ali Kemal Topsakal

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