Istanbul Tipps

Istanbul Tipps

 

Istanbul ist eine junge, pulsierende Metropole. Die altehrwürdige Geschichte, Tradition und Kultur ist zwar überall zu sehen und zu spüren, doch trotzdem geht es in Istanbul modern zu. Ganz so strenge Regeln wie beispielsweise in abgelegenen, ländlichen Regionen herrschen hier nicht.

Die Istanbuler sind weltoffen, gastfreundlich und feiern gerne ausgelassen. Trotzdem sollte der Tourist ein paar Dinge beachten, wenn er nicht als unhöflich gelten und von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern möchte.

 

Hier daher die wichtigsten Tipps für den nächsten Istanbul-Trip auf einen Blick:

 

Ein kleines bahşiş kommt immer gut an.

Bahşiş bedeutet übersetzt Trinkgeld. In Restaurants und Cafés ist es üblich, die Leistungen des Personals mit rund zehn Prozent der Gesamtrechnung zu honorieren. Bei einer Fahrt mit dem Taxi wird der Rechnungsbetrag großzügig aufgerundet. Daneben wird es gerne gesehen, wenn kleine Gefälligkeiten, aufmerksame Gesten und generell eine freundliche und zuvorkommende Behandlung mit einem kleinen Trinkgeld gedankt werden.

 

Freundlich begrüßen und leise verabschieden.

Wenn sich zwei Männer treffen, begrüßen sie sich per Handschlag. Kennen sie sich gut oder sind sie miteinander befreundet, tauschen sie Wange an Wange Luftküsschen aus. Luftküsschen deshalb, weil die Küsschen tatsächlich nur lautlos angedeutet werden.

Einer Frau hingegen nickt der fremde Mann lediglich freundlich zu. So wahrt er den respektvollen Abstand und zeigt sich von seiner höflichen Seite. Streckt ihm die Frau ihre Hand entgegen, sollte er den Handschlag aber selbstverständlich erwidern. Bei der Verabschiedung geht es deutlich ruhiger zu. Derjenige, der zurückbleibt, sagt “Güle güle”. Derjenige, der geht, lächelt still.

 

Smalltalk gehört einfach dazu.

Ein Gespräch beginnt üblicherweise mit der Frage nach dem Befinden. Dies wird, ähnlich wie in den USA, mit einem „Gut“ und der entsprechenden Gegenfrage beantwortet. Danach folgt ein wenig Smalltalk über das Wetter, das letzte Derby zwischen Fenerbahce und Galatasaray oder irgendwelche anderen unverfänglichen Themen.

Direkt auf den Punkt zu kommen und sein Anliegen ohne Umschweife vorzutragen, wäre nicht nur unüblich, sondern auch unhöflich. In der Türkei ist der direkte Kontakt sehr wichtig, sowohl privat wie auch geschäftlich. Themen wie Politik oder Religion sind beim Smalltalk aber tabu. Und wenn ältere Personen sprechen, heißt es zuhören, denn der Respekt gebietet es, sie nicht zu unterbrechen.

 

Feilschen will gekonnt sein.

Bei einem Istanbul-Trip ist mindestens ein Basarbesuch Pflicht. Auf dem Basar ist es Brauch, zu feilschen. Dabei gibt es beim Feilschen aber eine wichtige Grundregel: Das Feilschen soll Spaß machen, aber darf keineswegs respektlos sein. Außerdem wird nie nur um des Feilschens Willen, also aus reinem Spaß und ohne wirkliche Kaufabsicht gefeilscht.

Dies wäre fast schon beleidigend. Wer auf dem Basar etwas kaufen möchte, lässt sich den Preis vom Verkäufer nennen. Anschließend macht er sein Gegenangebot, das etwa bei der Hälfte oder etwas darüber liegen sollte. Danach geht es hin und her, um sich schließlich bei etwa Dreiviertel des zuerst genannten Kaufpreises zu treffen.

 

Auf die Kleiderordnung achten, wenn Moschee und Hamam auf dem Programm stehen.

Istanbul bietet eine Fülle an wunderschönen Moscheen und mindestens eine davon sollte sich der Tourist auch auf jeden Fall anschauen. Ob es dabei eine der großen und bekannten Moscheen wie etwa die Blaue Moschee oder doch lieber eine kleinere, etwas weniger bekannte Moschee sein soll, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Für alle Gotteshäuser gilt aber, dass allein schon aus Respekt eine angemessene Kleidung selbstverständlich sein sollte. Statt Minirock, bauchfreiem Trägertop oder lässigen Badeshorts dürften bedeckte Schultern und Knie auch bei sommerlichen Temperaturen nicht zu viel verlangt sein. Die Moscheen werden außerdem immer ohne Schuhe betreten. Wer nicht mit nackten Füßen eintreten möchte, sollte sich also ein paar Socken mitnehmen.

Eine eigene Kopfbedeckung ist hingegen oft nicht erforderlich, denn zumindest vor den größeren Moscheen können sich die Besucher Tücher ausleihen. 

 

Ebenfalls ein Pflichtpunkt bei einem Istanbul-Trip ist der Besuch eines Hamam.

Diese Form der Badekultur hat in der Türkei eine lange Tradition und ist eine Wohltat für Körper und Seele. Gerade bei den historischen Badehäusern lohnt sich der Besuch aber allein schon wegen der beeindruckenden Architektur. Nun ist ein Hamam aber keine Sauna. Selbst wenn die Badebereiche für Frauen und Männer voneinander getrennt und die Geschlechter unter sich sind, halten sich die Badegäste mithilfe der bereitliegenden Handtücher wortwörtlich bedeckt.

 

Die Gepflogenheiten beim Besuch beachten.

Wer jemanden besucht, zieht vor der Tür seine Schuhe aus. Als Dankeschön für die Einladung ist es üblich, dem Gastgeber ein kleines Geschenk mitzubringen. Dieses wird dem Mann überreicht, nicht der Frau. Blumen, Geld oder Alkohol sind jedoch keine gute Wahl. Zudem sollte es wirklich nur ein kleines Mitbringsel sein, denn ein teures Geschenk könnte den Gastgeber in Verlegenheit bringen.

Nichts falsch machen kann der Gast, wenn er türkische Süßigkeiten oder eine Flasche Kölnisch Wasser mitbringt. Letzteres wird in traditionsbewussten Familien verwendet, um sich frisch zu machen und die rituelle Reinigung nachzuahmen. Wird es dem Gast hingehalten, sollte er etwas davon auf seiner Stirn und im Nacken verteilen. Danach wird meist ein Tee serviert, anschließend wird der Tisch mit allerlei Leckereien gefüllt.

In geselliger Runde wird das Essen genossen. Vornehme Zurückhaltung ist dann nicht angebracht. Ganz im Gegenteil ist es eine Anerkennung der Kochkünste und ein großes Lob für den Gastgeber, wenn der Gast ordentlich zulangt. Ist der Gast satt, sollte er sein Besteck ablegen. Wenn er sich lediglich bedankt und erklärt, dass es köstlich war, dürfte er die nächste Portion schon auf seinem Teller haben.

 

Ein paar Vokabeln zum Schluss

Die Istanbuler sind nicht nur gastfreundlich und höflich, sondern machen auch gerne Komplimente. Die Verständigung dürfte eigentlich keine Schwierigkeiten bereiten, denn vor allem die Jüngeren sprechen Englisch oder Deutsch. Natürlich kann es aber nicht schaden, wenn der Tourist wenigstens ein paar grundlegende Vokabeln beherrscht:

  • ·         Hallo – Merhaba
  • ·         Danke – Teşekkürler
  • ·         Bitte – Lütfen
  • ·         Ja / nein – evet / yok
  • ·         Wie geht es Dir? – Nasılsın?
  • ·         Wie heißt Du? – Adın ne?
  • ·         Ich heiße …. – Benim adım …
  • ·         Entschuldigung! – Özür dilerim!
  • ·         Dein Deutsch ist sehr gut. – Almancanız çok iyi.
  • ·         Das Essen war ausgezeichnet. – Yemek mükemmeldi.
  • Prost! – Şerefe!

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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