Was ist das Opferfest?

Was ist das Opferfest? 

Das Opferfest gehört zu den bedeutsamsten Feierlichkeiten im islamischen Jahr. Doch was ist das Opferfest?

Das Opferfest, auf arabisch Id al-Adha, ist das höchste Fest des Islam. Es erinnert Muslime auf der ganzen Welt daran, auf Allah zu vertrauen und dankbar zu sein. Für Pilger ist das Opferfest außerdem Bestandteil der Wallfahrt nach Mekka. Ausgangspunkt für das Opferfest ist die Erzählung von Ibrahim, der bereit war, seinen einzigen Sohn für Gott zu opfern.

Dabei ist dieses Gottvertrauen Ibrahims nicht nur Muslimen, sondern auch Christen und Juden ein großes und wichtiges Vorbild. Aus diesem Grund wird die Geschichte auch in allen drei Weltreligionen erzählt. Doch wie wird das Opferfest in Istanbul gefeiert? Wann findet es statt? Und müssen Touristen etwas beachten, wenn sie während des Opferfestes nach Istanbul reisen?

Diese Fragen beantwortet der folgende Beitrag:

 

Worum geht es beim Opferfest?

Das Opferfest erinnert Muslime daran, auf Allah zu vertrauen und dankbar zu sein. Dabei geht das Opferfest auf die Erzählung über Ibrahim und Ismael zurück: Laut Überlieferung wollte Gott (Allah) den Propheten Ibrahim (Abraham) auf die Probe stellen und dessen Gehorsamkeit prüfen.

Also gab Gott dem Propheten den Auftrag, seinen einzigen Sohn Ismael (Isaak) als Opfergabe an Gott zu töten. Ibrahim war verzweifelt, denn er liebte seinen Sohn. Da er aber auch Gott gehorchen wollte, entschloss er sich schweren Herzens dazu, das Opfer zu erbringen. Als Gott Ibrahims Bereitschaft und Gottvertrauen erkannte, gebot er ihm im letzten Moment Einhalt.

Voller Dankbarkeit opferten Vater und Sohn daraufhin einen Widder und teilten das Fleisch mit Freunden und Bedürftigen. Im Koran wird diese Geschichte in der Sure 37:99 – 113 erzählt. In der Bibel steht die Erzählung im Ersten Buch Mose, Kapitel 22, Vers 1 – 19.

 

Wann findet das Opferfest statt?

Das Opferfest beginnt immer am Zehnten des islamischen Monats Dhu al-Hiddscha und dauert vier Tage lang. Da der islamische Kalender aber ein Mondkalender ist, verschiebt sich das Fest im Sonnenkalender rückwärts. Dadurch kann es, ähnlich wie der Ramadan, grundsätzlich zu jeder Jahreszeit stattfinden.

In den folgenden Jahren wird das Opferfest zu folgenden Termin gefeiert:

  • ·         2016: 12. bis 15. September
  • ·         2017: 1. bis 4. September
  • ·         2018: 21. bis 24. August
  • ·         2019: 11. bis 14. August

Islamische Feiertage beginnen jedoch immer schon am Vorabend.

 

Wie wird das Opferfest gefeiert?

Das Opferfest beginnt mit einem Besuch der Moschee. Dort findet ein besonderes Festgebet statt. Eine der Besonderheiten bei diesem Festgebet ist, dass der Imam die Ansprache nach dem Gebet hält, und nicht wie beim Freitagsgebet davor. An dem Festgebet können Männer und Frauen gemeinsam teilnehmen.

Oft gehen aber die Männer einer Familie zusammen in die Moschee. An den Moscheebesuch schließt sich meist ein Besuch des Friedhofs an. Dort wird der Verstorbenen gedacht und es werden Bittgebete für sie gesprochen und Koranverse gelesen. Dies ist aber kein fester Bestandteil des Opferfestes, sondern vielmehr ein Brauch, der sich im Laufe der Zeit etabliert hat. Ansonsten steht das Opferfest ganz im Zeichen der Familie und der Freunde.

Die Verwandtschaft kommt zusammen, um im großen Kreise ein köstliches Festmahl zu genießen. Frauen wie Männer putzen sich heraus, sprechen sich gegenseitig die besten Wünsche aus und oft werden Geschenke verteilt. Auch das Haus ist blitzblank und erstrahlt in festlichem Glanz.

Das Schlachten eines Opfertieres als Ausdruck der Dankbarkeit gehört ebenfalls zur Tradition. In Istanbul sind dazu im Vorfeld der Feiertage viele große Verkaufsstellen eingerichtet. Diejenigen, die es sich finanziell leisten können, können dort Schafe, Ziegen oder Rinder kaufen, die dann zum Opferfest geschlachtet werden. Das Fleisch wird traditionell in drei gleiche Teile aufgeteilt: Ein Drittel wird beim Festmahl im Kreis der Familie gegessen, ein Drittel wird unter Verwandten, Bekannten und Nachbarn verteilt und ein Drittel wird Hungrigen und Bedürftigen gespendet. Mittlerweile gehen viele Istanbuler aber dazu über, Bedürftigen statt Fleisch ein Geldgeschenk zu überreichen oder Geld an eine Hilfsorganisation zu spenden.

 

Was ist bei Reisen nach Istanbul während des Opferfestes zu beachten?

Die vier Tage des Opferfestes sind offizielle Feiertage in der Türkei. Touristen müssen sich deshalb auf einen etwas anderen Betrieb einstellen. So bleibt beispielsweise der große Basar während des Opferfestes geschlossen. Auch Geschäfte und kleinere Läden öffnen nicht. Andere Sehenswürdigkeiten, Museen und Restaurants sind nur am ersten Tag des Opferfestes zu.

Viele Istanbuler nutzen die Feiertage, um ihre Familie und ihre Freunde zu besuchen. Wer in der Zeit des Opferfestes nach Istanbul reisen möchte und eine bestimmte Sightseeing-Tour plant, sollte sich deshalb im Vorfeld informieren, ob und wann seine Ziele geöffnet sind. Die Öffnungszeiten, Hinweise und Informationen finden sich auf den Internetseiten der jeweiligen Einrichtungen.

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Veröffentlicht von

Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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