4 sehenswerte Säulen in Istanbul

4 sehenswerte Säulen in Istanbul 

Istanbul hat unglaublich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Selbst mehrere Besuche würden vermutlich kaum ausreichen, um alle sehenswerten Stätten zu besichtigen. Klar, dass sich die meisten Reisenden deshalb auf die Sehenswürdigkeiten beschränken, die echte Wahrzeichen sind und zum absoluten Pflichtprogramm gehören.

Zumal der Istanbul-Trip ja auch nicht nur aus Sightseeing bestehen soll, sondern noch genug Zeit zum Einkaufen und für gemütliche Restaurantbesuche bleiben sollte. Doch einige Denkmäler bleiben so auf der Strecke. Dazu gehören auch die Säulen, über die dieser Beitrag berichtet.

Natürlich sind die Säulen nicht so eindrucksvoll wie etwa die Hagia Sophia, die Blaue Moschee oder der Topkapi-Plalast. Aber für Geschichtsfreunde sind sie nicht minder interessant. Für diejenigen, die sich also für ein Sightseeing-Programm der etwas anderen Art begeistern können, sind hier Infos zu vier sehenswerten Säulen in Istanbul:

 

1. Die Konstantinssäule

Die Konstantinssäule ist eine spätrömische Monumentalsäule, die ursprünglich auf dem Konstantinsforum stand. Die Säule wurde im Jahre 328 errichtet und zwei Jahre später bei den Feierlichkeiten zur Einweihung Konstantinopels ebenfalls eingeweiht. Nachdem Konstantin Licinus besiegt und sich damit die Herrschaft über das ganze Römische Reich gesichert hatte, gründete er nur wenige Wochen später eine neue Hauptstadt im Osten des Reiches.

Sein Nova Roma, das aus dem griechischen Byzantion hervorging und künftig Konstantinopel heißen sollte, sollte einerseits den Kaiser repräsentieren und andererseits die Eliten der östlichen Herrschaften einbinden. Daher ließ Konstantin die Säule an einer zentralen Stelle errichten. Nicht zuletzt durch ihre stolze Höhe von rund 50 Metern und die prächtige Bronzestatue des Kaisers wurde die Konstantinssäule schnell zum Wahrzeichen der Stadt.

Heute steht die Säule in der Yeniçeriler Caddesi in der Altstadt Istanbuls, unweit vom großen Basar. Sie hat längst ihren Status als Wahrzeichen verloren und ist auch nur noch in Teilen erhalten. Dennoch ist sie einen Besuch wert. Schließlich gehört die Konstantinssäule nicht nur zu den ältesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls, sondern sie ist auch eines der wenigen Denkmäler aus der Gründungszeit Konstantinopels, die es überhaupt noch gibt.

Und es gibt noch ein weiteren Grund, der die Konstantinssäule sehr interessant macht: Der Legende nach soll Konstantin in einem Hohlraum unterhalb der Säule verschiedene Heiligtümer des Christentums eingelagert haben. Darunter sollen sich unter anderem ein Splitter aus dem Kreuze Jesu Christi, die Körbe von der Speisung der Zehntausend, das Beil von Noah und das Gefäß, mit dem Maria Magdalena Jesus die Füße wusch, befinden. Bei Ausgrabungen wurde neben dem Pflaster des früheren Forums auch ein Gewölbe entdeckt. Einige Historiker vermuten, dass es sich dabei um die in einigen Quellen erwähnte Konstantinskapelle handelt.  

Auf Türkisch heißt die Säule übrigens Çemberlitas Sütunu. Dabei setzt sich Çemberlitas aus den Wörtern çemberli für beringt oder bereift und taş für Stein zusammen. Hintergrund hierzu ist, dass die Säule durch einen Blitzschlag im Jahre 416 so stark beschädigt wurde, dass eiserne Reifen angebracht wurden, um die Säule zu stützen. Diese namensgebenden Reifen sind bis heute vorhanden, auch wenn die Säule zwischenzeitlich weiteren Naturgewalten und Beschädigungen zum Opfer fiel.

 

2. Der Obelisk und die Schlangensäule im alten Hippodrom

Im antiken Konstantinopel gab es ein Hippodrom. Das Hippodrom war einerseits eine Pferderennbahn und andererseits sowohl das sportliche als auch das soziale und kulturelle Zentrum der Stadt. Heute befindet sich der Sultan-Ahmed-Platz an dieser Stelle und vom antiken Hippodrom sind nur noch wenige Elemente erhalten geblieben.

Konstantin ließ aus allen Teilen des Reiches Kunstwerke nach Konstantinopel bringen, um seiner neuen Haupt- und Residenzstadt den nötigen Glanz zu verleihen. Zu diesen Kunstwerken gehörte ein Teil des Opferalters von Plataiai. Der Altar war gefertigt worden, um den Sieg der Griechen über die Perser in der gleichnamigen Schlacht zu feiern. Der Altar wurde aus dem Apollon-Tempel in Delphi entnommen und in der Mitte des Hippodroms wieder aufgebaut.

Heute ist davon aber nur noch die Schlangensäule erhalten geblieben. Die Schlangensäule ist eine Säule aus Bronze, die aus drei ineinanderverschlungenen Schlangen besteht. Die Köpfe der Schlangen trugen einen Dreifuß mit einer goldenen Schale. Dieser Dreifuß wurde vermutlich während des Vierten Kreuzzugs geraubt und ist nie wieder aufgetaucht. Auch die Köpfe der Schlangen sind nicht mehr vorhanden. Ein Kopf kann im Archäologischen Museum in Istanbul besichtigt werden. Allein aus historischen Gründen ist die Schlangensäule jedoch sehenswert.

Neben Konstantin stattete auch Kaiser Theodosius I. das Hippodrom mit Kunstwerken aus. Er ließ im Jahre 390 einen Obelisk aus rosafarbenem Granit nach Konstantinopel bringen und in der Mitte der Rennbahn aufstellen. Der Obelisk war zu Zeiten Thutmosis III. erbaut worden und stand vor dem Tempel von Karnak in Luxor. Noch bevor der Obelisk in Konstantinopel aufgestellt wurde, zerbrach er. Dadurch reduzierte sich seine Höhe von 32 Metern auf nur noch rund 19,6 Meter. Um ihm wieder etwas mehr Höhe zu geben, wurde der Obelisk um einen Marmorsockel ergänzt. Obwohl der Obelisk mittlerweile über 3.500 Jahre alt ist, befindet er sich in einem sehr guten Zustand. Wer auf historischen Spuren wandeln möchte, ist somit im antiken Hippodrom genau richtig.

 

3. Die Markiansäule

Die Markiansäule wurde im Jahre 455 zu Ehren Markians, einem Kaiser des Oströmischen Reiches, errichtet. Die Säule selbst ist 17 Meter hoch und besteht aus rot-grauem Granit. Der rechteckige Sockel ist aus weißem Marmor gefertigt und auf drei Seiten mit Reliefen verziert. Das prägende Element dabei ist ein Engel. Die Istanbuler kennen die Säule, die im Stadtteil Fatih steht, als Kıztaşi, was übersetzt soviel wie Mädchensäule bedeutet.

 

4. Die Goten-Säule

Die Goten-Säule, auf Türkisch Gotlar Sütunu, steht in der Nähe vom nördlichen Eingang zum Gülhane Park. Die 15 Meter hohe Marmorsäule steht auf einem imposanten Sockel. Der Inschrift auf dem Sockel nach ist die Säule Fortuna gewidmet. Als Symbol steht die Säule für den Sieg Ostroms über die Goten. Mit dem Park im Hintergrund ist die Säule ein tolles Fotomotiv als Andenken an den Istanbul-Besuch.

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Veröffentlicht von

Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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