Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 1

Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 1

Istanbul blickt auf eine sehr lange und bewegte Geschichte zurück. Aber was ist eigentlich von dem alten Konstantinopel der Byzantiner übrig geblieben? Wo gibt es Spuren, die von der byzantinischen Vergangenheit erzählen?

Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 1

Möchte der Reisende Istanbul aus dem Blickwinkel eines Kunsthistorikers erkunden, kann er vor Ort eine entsprechende Tour buchen. Lokale Agenturen bieten Ausflüge an, die zu sehenswerten Plätzen aus byzantinischen Zeiten führen.

Aber natürlich kann sich der Reisende auch auf eigene Faust auf den Weg machen. Und um eine kleine Hilfestellung zu bieten, haben wir in einer mehrteiligen Liste die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel zusammengetragen:

Der Millennium Stein

Im alten Rom bildete der Millennium Stein den Mittelpunkt des Straßennetzes vom Römischen Reich. Und auch in Konstantinopel gibt es einen solchen Millennium Stein. Wie in Rom markierte er in Konstantinopel ebenfalls das Zentrum des Straßennetzes des Römischen und später des Byzantinischen Reiches.

Als Mittelpunkt des alten Konstantinopel ist der Stein natürlich ein optimaler Startpunkt für die Tour auf den Spuren der Vergangenheit. Zu finden ist der Stein am Sultanahmet-Platz, an der Straße zwischen der Hagia Sophia und der Cisterna Basilika.

Die Hagia Sophia

Kriege, das Wetter, Erdbeben, verschiedene Herrscher und nicht zuletzt die Zeit: All das konnte der Hagia Sophia in rund 1.500 Jahren nichts anhaben. Der letzte byzantinische Kaiser der Antike, Justinian, ließ die prächtige Kathedrale bauen. Lange Zeit blieb die Hagia Sophia dann eine christliche Kirche.

Erst nach fast 1.000 Jahren wurde sie nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen zu einer Moschee. Inzwischen ist sie ein Museum und gehört gleichzeitig zu den Wahrzeichen der Stadt. Die gewaltigen Mauern, die imposanten Kuppeln, aber auch die vier Minarette erzählen eindrucksvoll von ihrer Geschichte.

Die Cisterna Basilika

Nicht weit von der Hagia Sophia entfernt, befindet sich die Cisterna Basilika. Die unterirdische Zisterne aus dem alten Konstantinopel hat auch den Beinamen Versunkener Palast. Das liegt an der einmaligen Säulenkonstruktion, die die Zisterne wie eine Palasthalle aussehen lässt.

Ein interessantes Detail in der Zisterne ist das Abbild einer Medusa auf dem Sockel einer Säule. Das Bild steht auf dem Kopf und sollte so den Übergang vom Glauben an die römisch-griechische Götterwelt hin zum Christentum im alten Konstantinopel symbolisieren.

Die Hagia Irene

Zwischen der Hagia Sophia und dem Topkapi Palast ist die Hagia Irene zu finden. Das Gotteshaus ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine Zeit, in der sich die byzantinischen Kaiser gegen Heiligenbilder, Ikonen und Darstellungen von Jesus Christus ausgesprochen hatten.

Deshalb hatte die Hagia Irene im alten Konstantinopel als einzige Zierde ein schlichtes, schmuckloses, mit Farbe aufgemalten Kreuz. Auch heute ist dieses Kreuz der alleinige Schmuck.

Interessant ist außerdem ein Sarkophag aus Porphyr, einem roten Marmor. Im alten Konstantinopel war dieses Material der Kaiserfamilie vorbehalten. Der Sarkophag steht im Innenhof. Doch wer darin bestattet wurde, ist nicht bekannt.

Der Große Kaiserpalast

Der Große Kaiserpalast von Konstantinopel stand einst am Marmarameer, auf der Fläche zwischen der Hagia Sophia, dem Topkapi Palast und der Blauen Moschee. Doch weil der Palast bereits gegen Ende des Byzantinischen Reichs verfiel, sind heute nur noch ein paar alte Mauern und Gewölbe unter der Istanbuler Altstadt erhalten. Dennoch lohnt es sich, durch das alte Gemäuern zu spazieren.

Besonders gut geht das vom Palatium Café und Restaurant aus. In dem Café gibt es eine Treppe, die zu den Gewölben hinterführt. Der Reisende kann einfach bei den Kellnern nachfragen. Folgt der Reisende dann den Mauern, kommt er etwa 50 Meter weiter in einem anderen Restaurant wieder aus dem Untergrund heraus.

Extra-Tipp:

Weitere Spuren vom Großen Kaiserpalast finden sich im Mosaiken Museum. Hier kann sich der Reisende nämlich die Mosaiken anschauen, die einst die Wände und Böden des Palastes schmückten. Das unscheinbare Museum ist nicht weit von der Hagia Sophia entfernt.

Das Hippodrom

Was im alten Rom das Kolosseum war, war im alten Konstantinopel das Hippodrom. Der Ort, an dem alle wichtigen Veranstaltungen stattfanden, zählte rund 30.000 Sitzplätze. Heute ist vom Hippodrom zwar nicht mehr viel übrig.

Dort, wo es einst stand, befindet sich heute der Platz zwischen der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und dem Museum für Türkische und Islamische Kunst. Auf diesem Platz kann es sich der Reisende aber kurz auf einer Parkbank gemütlich machen und die Säulen bewundern, die früher mitten im Hippodrom standen.

Zu diesen Säulen gehört ein Obelisk, den Kaiser Theodosius von Ägypten nach Konstantinopel mitbrachte. Außerdem gibt es eine gemauerte Säule namens Ömertas, die einen Obelisk imitiert. Dazu kommt die Schlangensäule. Sie stammt aus dem griechischen Delphi und sollte an den Sieg der Griechen gegen die Perser im Jahr 480 v. Chr. erinnern.

Kaiser Konstantin ließ die Säule im Hippodrom aufstellen. Nachdem die Schlangensäule im Verlauf der Geschichte aber immer wieder beschädigt wurde, ist auf dem Platz nur ein kleiner Teil davon zu sehen. Der Kopf der Säule befindet sich im Archäologischen Museum.

Die alten Fundamente des Hippodroms kann sich der Reisende bei einem Spaziergang um die Blaue Moschee herum und im Erdgeschoss des Museums für Türkische und Islamische Kunst anschauen.

Die Kleine Hagia Sophia

Die Kleine Hagia Sophia sieht nicht nur aus wie die berühmte Hagia Sophia, sondern sie diente sogar als ihr Vorbild. Ursprünglich eine christliche Kirche, ist sie heute eine Moschee. Außen wie innen sind dem Bauwerk seine Wurzeln in der byzantinischen Zeit klar anzusehen, beispielsweise durch die Säulen mit den charakteristischen Verzierungen.

Die Konstantin-Säule

Die Konstantin-Säule gehört zu den letzten noch erhaltenen Denkmälern aus der Zeit, in der Konstantinopel gegründet wurde. Ursprünglich stand auf der Säule eine Statue von Kaiser Konstantin dem Großen.

In dieser Form symbolisierte sie Konstantinopel auf Landkarten und war bis ins Mittelalter hinein das Wahrzeichen der byzantinischen Stadt. Allerdings zerstörte ein Erdbeben die Statue, die daraufhin durch ein Kreuz ersetzt wurde. Das Kreuz blieb bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen auf der Säule.

Auf türkisch heißt die Konstantin-Säule Cemberlitas, was übersetzt soviel wie bereifter oder beringter Stein bedeutet und die Form der Säule beschreibt. Das Denkmal steht an der gleichnamigen Straßenbahnstation, direkt gegenüber dem Eingang zum Großen Basar in der Yeniceriler Caddesi.

Das Valens Aquädukt

Die Grundmauern des Aquädukts stammen noch aus der Gründungszeit des alten Konstantinopel. Im Jahr 378 wurde es unter Kaiser Valens festgestellt und bis ins letzte Jahrhundert hinein brachte das Aquädukt Wasser aus dem rund 20 Kilometer nördlich gelegenen Belgrader Wald nach Istanbul.

Besonders sehenswert ist der Bozdogan Kemeri. Dieser Teil verbindet zwei der sieben Hügel des alten Konstantinopel – nämlich Fatih und Eminönü – miteinander und ist sehr gut erhalten.

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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