Die deutsch-türkischen Beziehungen, 1. Teil

Die deutsch-türkischen Beziehungen, 1. Teil

 

Deutschland und die Türkei pflegen nicht nur intensive, sondern auch sehr vielseitige Beziehungen miteinander. In einigen Bereichen dauert die partnerschaftliche Zusammenarbeit schon seit Jahrhunderten an. Grund genug, sich einmal näher mit den deutsch-türkischen Beziehungen zu beschäftigen.

 

Die deutsch-türkischen Beziehungen im Bereich Gesellschaft

In Deutschland leben rund 3 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln, etwa die Hälfte von ihnen hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Andersherum ist die Türkei ein sehr beliebtes Reise- und Urlaubsland der Deutschen. Gut fünf Millionen Besucher aus Deutschland machen sich alljährlich auf den Weg, um ein paar schöne Urlaubstage am Meer zu verbringen oder Städte wie Istanbul zu erkunden. Diese beiden Faktoren prägen das Bild, das sich Deutsche und Türken voneinander machen, maßgeblich. 

In den türkischen Medien ist die Berichterstattung über Deutschland, die in Deutschland lebenden Menschen türkischer Abstammung und die Haltung Deutschlands zu Themen, die die Türkei betreffen, breit vertreten. Die großen türkischen Tageszeitungen veröffentlichen eigene Sonderausgaben in Deutschland, die Deutschlandausgabe der “Hürriyet” erscheit seit Ende 2001 teils in türkischer und teils in deutscher Sprache. Der Sender “Euro D” betreibt seit 2005 Sendestudios in Deutschland, von wo aus das türkischsprachige Programm europaweit gesendet wird. Generell gibt es inzwischen viele türkische Medien, die Sonderausgaben für die türkischsprachigen Menschen in Deutschland anbieten.

Verbände und Personen mit türkischer Herkunft sind fester und wichtiger Bestandteil von Initiativen der Bundesregierung wie beispielsweise der Islamkonferenz oder dem Integrationsgipfel. Außerdem engagieren sich immer mehr Menschen mit türkischen Wurzeln wirtschaftlich, politisch und kulturell in Deutschland. Viele empfinden dies als ein weiteres Band, das Deutschland und die Türkei miteinander verbindet.

Durch das Staatsangehörigkeitsgesetz, das 1999 in Kraft getreten ist, haben sich für viele in Deutschland lebende Türken auch in rechtlicher Hinsicht neue Perspektiven eröffnet. Der Status der Deutschen, die in der Türkei ihr zu Hause gefunden haben, hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich verbessert. Gerade was Punkte wie den Grunderwerb, die Aufenthaltsgenehmigung oder die Arbeitserlaubnis angeht, hat sich vieles in eine positive Richtung bewegt. 

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Die deutsch-türkischen Beziehungen im Bereich Politik

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind freundschaftlich und haben sich als belastbar erwiesen. Auf allen Ebenen werden regelmäßig Gespräche geführt, Meinungen ausgetauscht und Ratschläge eingeholt, wobei nicht nur verschiedenste politische Themen, sondern auch wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und andere Fragen besprochen werden. Dadurch ist die Basis für eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit auch in kontroversen Punkten gegeben. 

Im Mai 2013 wurde der sogenannte Strategische Dialog etabliert. Er soll dazu beitragen, dass die bestehenden Kontakte gebündelt, noch intensiviert und so auf eine neue Ebene gehoben werden. Bestandteil des deutsch-türkischen Strategischen Dialogs sind jährliche Treffen der Außenminister. Außerdem wurden auf hoher Beamtenebene Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit Themen wie bilateralen Fragen, Europa, regionalen Fragestellungen oder der Sicherheitspolitik beschäftigen.

Als Deutschland 1999 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, wurden die Weichen für die Türkei als EU-Kandidat gestellt. Deutschland hat großes Interesse daran, die bestehenden Beziehungen zur Türkei zu vertiefen und die Anbindung des Landes an die Europäische Union umzusetzen. Aus diesem Grund unterstützt Deutschland auch den Beitrittsprozess der Türkei seit Beginn der Beitrittsverhandlungen im Jahre 2005.

Wie intensiv die deutsch-türkischen Beziehungen sind, zeigt sich auch in den zahlreichen Besuchen hochrangiger Gäste. 2011 kam der türkische Staatspräsident Gül zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland, Ministerpräsident Erdoğan war zuletzt im Februar 2014 zu Gast. Bundeskanzlerin Merkel besuchte die Türkei im Februar 2014, zwei Monate später reiste der Bundespräsident in die Türkei. Die Außenminister pflegen im Rahmen von Konferenzen regelmäßigen Kontakt und auch auf der Ebene von Bundesministern, Landesministern und Abgeordneten der Parlamente findet ein reger Austausch mit zahlreichen Besuchen statt.

 

Die deutsch-türkischen Beziehungen im Bereich Wirtschaft

Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Türkei. Während Deutschland vor allem Kraftfahrzeuge, Kfz-Teile, Maschinen und chemische Erzeugnisse in die Türkei exportiert, werden aus der Türkei hauptsächlich Textilien, Kraftfahrzeuge, Nahrungsmittel, Maschinen und Medikamente importiert. Deutschland ist der größte Abnehmer türkischer Exporte und aus Sicht der Türkei nach Russland und China der drittgrößte Lieferant. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und der Türkei beläuft sich auf über 32 Milliarden Euro jährlich.

Ein weiterer sehr wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Mit mehr als 5 Millionen deutschen Urlaubern pro Jahr gehört die Türkei zu den Lieblingszielen der Deutschen. Umgekehrt bilden deutsche Urlauber die größte Touristengruppe. Mit einem kumulierten Investitionsvolumen von mehr als 11 Milliarden Euro in den vergangenen drei Jahrzehnten ist Deutschland zudem der größte ausländische Investor in der Türkei.

Inzwischen sind in der Türkei knapp 6.000 Unternehmen tätig, die Niederlassungen deutscher Unternehmen sind oder als türkische Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung gegründet wurden. Die Betätigungsfelder dieser Unternehmen decken die gesamte Bandbreite von der industriellen Erzeugung über den Vertrieb von Produkten bis hin zu Dienstleitungsangeboten ab. In Deutschland sind rund 75.000 Unternehmer mit türkischen Wurzeln aktiv, die etwa 370.000 Arbeitsplätze schaffen und einen Jahresumsatz von ungefähr 35 Milliarden Euro erwirtschaften.  

Die deutsche Wirtschaft ist seit 1985 durch ein Delegiertenbüro des Deutschen Industrie– und Handelskammertags, kurz DIHK, vertreten. 2004 erfolgte die Gründung der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer in Köln. Sie betreibt inzwischen nur noch eine Zweigstelle in Köln und hat ihren Hauptsitz 2012 nach Berlin verlegt.

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