Reiseziele in der Türkei: Kappadokien

Reiseziele in der Türkei: Kappadokien

 

Istanbul beheimatet unzählige Sehenswürdigkeiten, Gassen und Ecken, die unbedingt einen Besuch wert sind. Selbst mehrere Aufenthalte in der quirligen Riesenmetropole werden kaum ausreichen, um all die einzigartigen Orte und Winkel zu erkunden.

 

Wer dem bunten Treiben in der Stadt entfliehen oder einmal in eine ganz andere Welt eintauchen möchte, sollte sich jedoch auf den Weg nach Kappadokien machen. Hier wird er auf eine Landschaft treffen, die so gar nichts mit Istanbul zu tun hat, aber mindestens genauso unvergessliche Eindrücke hinterlassen wird. 

 

Reiseziele in der Türkei: Kappadokien

Kappadokien liegt im südöstlichen Zentralanatolien, auf einer Höhe zwischen 1.000 und 1.300 Metern in der Hochebene. Im Südosten befindet sich der 3.253 Meter hohe Hasan Dağı, unweit der Stadt Kayseri im Osten steht der gut 3.000 Meter hohe Erciyes Dağı.

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Diese beiden Vulkane haben vor Urzeiten enorme Mengen an Tuffasche in dem Gebiet zwischen ihnen verteilt. Die Tuffasche verfestigte sich im Laufe der Jahrtausende zu Tuffstein. Im Zusammenspiel mit Wind und Wetter entstand so eine Landschaft mit bizarren Felsformationen, die wahrlich einzigartig ist.

Eine Legende besagt, dass die Götter die märchenhaft wirkende Gegend als Spielplatz genutzt haben sollen. In der Tat wähnt sich der Besucher beim Anblick der Landschaft in einem Land, in dem Feen und Geister zu Hause sein könnten. Für die Menschen hatte der Tuffstein aber eine weit weniger romantische Bedeutung. Da Tuffstein ein sehr weiches Gestein ist, konnten ohne große Schwierigkeiten Höhlen, Gänge und Treppen in den Stein geschlagen werden. So kam es, dass die einzigartigen Felsenwohnungen und Felsenstädte von Kappadokien entstanden.   

 

Wohnungen, Kirchen, Klöster und Feenkamine in Kappadokien

Schon um 7.500 vor Christus ließen sich die ersten Siedler in Kappadokien nieder. Sie bauten ihre Behausungen in die Felsformationen und nutzten das fruchtbare Land, um Getreide anzubauen. Später zog es viele Christen nach Kappadokien. Auf der Flucht vor den Römern fanden sie ab dem 3. Jahrhundert nach Christus hier einen sicheren Zufluchtsort.

Der weiche Tuffstein ermöglichte es ihnen, gut versteckte Klöster zu bauen und so ihre Religion zu praktizieren. Um die Jahrhundertwende herum wurde das Christentum zur Staatsreligion im damaligen Byzantinischen Reich erklärt. Die Mönche in Kappadokien lebten aber zurückgezogen. Dies sollte sich durch eine Reform des Erzbischofs Basilius ändern. Der Erzbischof hatte seinen Sitz in Caesarea, dem heutigen Kayseri.

Er entschied, dass die Mönche fortan in Gemeinschaften leben sollten. Die Gemeinschaften wiederum sollten die Aufgabe haben, sich um die Nöte, Sorgen und Ängste ihrer Mitmenschen zu kümmern. Dies hatte zur Folge, dass unter der Erdoberfläche zahlreiche labyrinthartige Anlagen mit Wohnungen, Klöstern und Kirchen entstanden.

Rund 200 solcher Anlagen wurden bislang entdeckt. Gebaut wurden die meisten Anlagen zwischen dem 5. und dem 14. Jahrhundert. Das Christentum wurde aber bis in 20. Jahrhundert hinein aktiv in Kappadokien praktiziert.

Kappadokien gehörte lange Zeit zu den bedeutsamsten Zentren des Christentums. Allerdings waren hier keineswegs nur Mönche zu Hause. Unter der Erdoberfläche wuchsen Städte heran, die teilweise bis zu 20.000 Einwohner hatten. Die Gebäude führten bis zu acht Stockwerke in die Tiefe.

Ein ausgeklügeltes System aus Luftschächten, Wasserreservoirs und Lagerräumen stellt die Versorgung sicher. Einige Städte waren so angelegt, dass der Zugang mit riesigen Felsbrocken verschlossen werden konnte. Wenn Fremde nichts von der Existenz der Städte wussten, entdeckten sie diese nicht und hätten wahrscheinlich nicht einmal vermutet, dass sie nur ein paar Schritte von einer größeren Stadt entfernt waren. Dieser Schutz war sehr wichtig, weil Kappadokien an der Seidenstraße lag. Räuberische Angriffe waren deshalb an der Tagesordnung.  

Die Wohnanlagen wurden aber nicht nur unter der Erde gebaut. Auch die spitzen, hohen Felsen dienten als Höhlenwohnungen. Bis heute werden die Felsen, die wie Zipfelmützen oder Schornsteine aussehen, Feenkamine genannt.

Dies liegt daran, dass der Legende nach hier Feen gelebt und die Gestalt der Männer, die in die Höhlen eingedrungen waren, angenommen haben sollen. Höhlenwohnungen wiederum, die nicht mehr bewohnt waren, wurden zu Taubenschlägen umgebaut. Die Exkremente der Tauben wurden seinerzeit nämlich als Dünger für die landwirtschaftlichen Flächen genutzt.

 

Von Istanbul nach Kappadokien

Ein Besuch der einzigartigen Felsenlandschaft führt Besucher meist nach Göreme. Etwa zwei Kilometer außerhalb des kleinen Ortes befindet sich mit dem gleichnamigen Freilichtmuseum das Herzstück der einzigartigen Sehenswürdigkeit. Neben unterirdischen Wohnanlagen können Besucher hier Überreste von Gebäuden, aber auch restaurierte Kirchen wie beispielsweise die Tokalı Kilisi aus dem 10. Jahrhundert oder die Schwarze Kirche aus dem 11. Jahrhundert besichtigen.

Die UNESCO hat die einmaligen Zeitzeugen übrigens zum Weltkulturerbe erklärt. Auch im Umkreis von Göreme können Besucher in das Leben von damals eintauchen. Neben großen Felsenstädten wie Kaymakli oder Derinkuyu gibt es zahlreiche kleine Anlagen, die fernab der Touristenströme erkundet werden können. Wer sich die Gegend aus einer anderen Perspektive anschauen möchte, kann eine Ballonfahrt unternehmen und so über das zauberhafte Land schweben.      

Von Istanbul aus sind es gute 750 Kilometer bis nach Kappadokien. Wer die Strecke nicht mit dem Mietwagen zurücklegen will, kann mit dem Bus oder dem Zug reisen. Beides ist von Istanbul aus problemlos möglich. Deutlich schneller geht es aber mit dem Flugzeug. Inlandsflüge von Istanbul nach Kayseri gibt es täglich, von Kayseri aus fahren dann Busse verschiedene Ortschaften in Kappadokien an.

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