Reisen in die Türkei

Reisen in die Türkei

Reisen in die Türkei – das ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Doch wie sieht es tatsächlich aus?

In Istanbul fällt es kaum auf. Die Straßen sind voll, die Sehenswürdigkeiten sind gut besucht und auch sonst geht es in der Metropole am Bosporus lebhaft zu wie eh und je. Doch an anderen Orten ist es deutlich ruhiger geworden. In den beliebten Badeorten etwa, wo sich sonst die Sonnenliegen eng aneinanderreihten, werden die Folgen der Tourismuskrise sichtbar.

Was erwartet mich, wenn ich in die Türkei fahre? Ist es gefährlich, in der Türkei Urlaub zu machen? Bekomme ich als Tourist die politischen Spannungen zu spüren? Muss ich Bedenken haben, mir berühmte Sehenswürdigkeiten und bekannte Plätze, wo viele Menschen zusammenkommen, anzuschauen?

– Das sind nur ein paar der Fragen, die vielen Touristen derzeit durch den Kopf gehen. Selbst Reisende, die sich sonst wenig Gedanken machen, sind zunehmend verunsichert. Zumal das Auswärtige Amt die Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei verschärft hat. Grund genug, die Sache einmal näher zu betrachten.

 

Reisen in die Türkei – das Contra

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die innenpolitische Lage in der Türkei weiterhin angespannt ist. Vereinzelte Demonstrationen und Großveranstaltungen seien nicht auszuschließen.

In den Reise- und Sicherheitshinweisen heißt es weiter, dass zuletzt in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen waren, ohne dass der Grund oder die Dauer nachvollzogen werden konnte. Teilweise wurde dabei der konsularische Zugang verweigert. Deshalb wird Türkeireisenden erhöhte Vorsicht empfohlen und geraten, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Seit Beginn 2017 kam es außerdem vor, dass deutschen Staatsangehörigen an türkischen Flughäfen die Einreise verweigert wurde. Ohne nähere Erklärung mussten die betroffenen Reisenden nach mehrstündiger Wartezeit in Gewahrsam die Rückreise nach Deutschland antreten.

Nach dem gescheiterten Putschversuch Mitte Juli 2016 hat die türkische Regierung in der gesamten Türkei den Notstand ausgerufen. Dieser wurde verlängert und bleibt mindestens bis zum 19. Oktober 2017 bestehen.

Der Notstand hat zur Folge, dass beispielsweise kurzfristig Ausgangssperren verhängt, Durchsuchungen und Personenkontrollen durchgeführt und in Einzelfällen Personen auch festgenommen werden können. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass Reisende aufgrund des Notstands immer ihren Personalausweis oder Reisepass mit sich führen sollten, um sich ausweisen zu können.

Seit Mitte 2015 gab es in der Türkei mehrere terroristische Anschläge. Betroffen davon waren der internationale Flughafen Atatürk in Istanbul sowie die Innenstädte von Istanbul und Ankara. Auch im Südosten der Türkei wurden wiederholt Anschläge verübt.

Und es ist nicht auszuschließen, dass Terrorgruppen versuchen werden, weitere Anschläge durchzuführen, die sich auch gegen Ausländer richten können. Ebenso kann es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die politisch motiviert sind, kommen. Das Auswärtige Amt mahnt deshalb zu besonderer Aufmerksamkeit und empfiehlt, größere Menschenansammlungen zu meiden, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln einzuschränken und bei Zufallsbekanntschaften vorsichtig zu sein.

Von Reisen in das Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien sowie dem Irak rät das Auswärtige Amt aus verständlichen Gründen dringend ab.

Generell empfiehlt das Auswärtige Amt, dass sich Türkeireisende über die Medien und die Hinweise des Amtes regelmäßig über die Entwicklung der Lage informieren sollen. Außerdem sollten Reisende in Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter und der Fluglinie bleiben. Das Auswärtige Amt weist zudem darauf hin, dass vor allem an den Flughäfen mit verstärkten Sicherheitskontrollen zu rechnen ist.

Von Reisen in die Türkei rät das Auswärtige Amt grundsätzlich aber nicht ab. Die verschärften Reise- und Sicherheitshinweise sind vielmehr als Warnung und Empfehlung zu verstehen. Aus diesem Grund können Reisen in die Türkei auch nicht kostenfrei storniert werden.

 

Ein Wort zur Krisenvorsorgeliste

Die Krisenvorsorgeliste Elefand des Auswärtigen Amtes ist eine Liste, in der Deutsche, die sich im Ausland aufhalten, erfasst werden. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, können die Behörden und die Auslandsvertretungen schneller und einfacher nachvollziehen, ob Deutsche vor Ort waren.

Außerdem wird es leichter, die Kontaktpersonen der Betroffenen in Deutschland zu informieren. Der Eintrag in die Krisenvorsorgeliste ist freiwillig. Er wird aber empfohlen, und das unabhängig von der Dauer des Auslandsaufenthalts und vom Reiseziel.

 

Reisen in die Türkei – das Pro

In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes heißt es: “Die Türkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grundsätzlich herzlich und offen empfängt.“ Die bei Touristen beliebten Reisziele gelten als sicher.

Insbesondere was die klassischen Touristenziele entlang der Mittelmeerküste angeht, gab es keine sicherheitsrelevanten Vorkommnisse, bei denen ausländische Touristen zu Schaden kamen.

Hinzu kommt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land auf einem hohen Niveau sind. Vor allem in den Urlaubsregionen werden Reisende von den politischen Spannungen wenig bis gar nichts mitbekommen. Denn die Türkei ist und bleibt ein überaus gastfreundliches Land. Zudem leben in der Türkei viele Menschen vom Tourismus. Allein schon deshalb wird viel unternommen, um Gästen einen sicheren und schönen Aufenthalt zu bieten.

 

Reisen in die Türkei – ein Fazit

Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er in die Türkei reisen möchte oder ob nicht. Die politischen Spannungen, die gewaltsamen Auseinandersetzungen und die terroristischen Anschläge lassen sich nicht natürlich nicht wegdiskutieren.

Aber: Die Lage scheint derzeit überall angespannt zu sein, in der Türkei ebenso wie in Europa, Afrika und Asien. Auch Brüssel, Paris, Berlin und Madrid blieben von Terrorakten nicht verschont und in den USA gab es ebenfalls gewaltsame Auseinandersetzungen mit politischem Hintergrund. Reisen in die Türkei sind per se nicht unsicherer als Reisen zu anderen Zielen. Und die Türken sind genauso gastfreundlich, das Land genauso schön, die Strände genauso herrlich und die Sehenswürdigkeiten genauso beeindruckend wie eh und je.

Abschließend bringt es das Auswärtige Amt in seinem weltweiten Sicherheitshinweis gut auf den Punkt: “Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht unverändert fort. […] Die Gefahr, Opfer eines Anschlages zu werden, ist im Vergleich zu anderen Risiken, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, wie Unfällen, Erkrankungen oder gewöhnlicher Kriminalität, nach wie vor vergleichsweise gering. Dennoch sollten Reisende sich der Gefährdung bewusst sein. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden nachdrücklich ein sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten.“

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.
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