Zu Ramadan in Istanbul – Infos und Tipps

Zu Ramadan in Istanbul – Infos und Tipps 

Wirklich viel bekommt der Tourist vom Ramadan eigentlich gar nicht mit. Und doch zeigt sich Istanbul in dieser Zeit von einer besonderen Seite. Wer zu Ramadan nach Istanbul reist, hat die Chance auf unvergessliche Erlebnisse. Ein paar Kleinigkeiten sollte der Tourist aber beachten.

Die wichtigsten Infos und Tipps haben wir hier zusammengestellt:

 

Was ist der Ramadan?

Ramadan ist arabisch heißt übersetzt soviel wie der heiße Monat. Nach islamischem Glauben wurde im Ramadan der Koran herabgesandt. Doch in Sure 2, Vers 185 des Korans findet sich nicht nur die Aussage, dass der Koran im Ramadan überliefert wurde. Dort steht auch, dass im Ramadan gefastet werden soll.

Das Fasten ist eine der fünf Säulen des Islam. In der Zeit zwischen dem Sonnenaufgang und dem Sonnenuntergang sind alle Muslime dazu aufgefordert, zu fasten und somit nicht zu essen, nicht zu trinken und nicht zu rauchen. Auch Lügen, Beleidigungen und andere moral-ethische Entgleisungen sind während des Ramadan zwingend zu unterlassen.

Im Unterschied zum Fasten im christlichen Sinne oder einer medizinischen Fastenkur endet das Fasten im Islam nicht erst mit dem Ende der Fastenzeit. Stattdessen wird das Fasten jeden Abend gebrochen. Sobald die Sonne untergegangen ist, findet ein Fastenmahl namens Iftar statt. Der Muezzin ruft, wenn der Zeitpunkt für das Mahl gekommen ist. Inzwischen können sich Muslime aber auch über eine entsprechende App informieren lassen. 

 

Wann ist Ramadan?

Der Fastenmonat Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Da der Mondkalender nur 354 Tage hat, verschiebt sich der Ramadan gegenüber dem Sonnenkalender jedes Jahr um elf Tage, in Schaltjahren um zwölf Tage nach vorne. Mit der Zeit durchläuft der Fastenmonat so alle Jahreszeiten. Im Jahr 2017 beginnt der Ramadan am 27. Mai. Der letzte Tag des Ramadan ist der 24. Juni. Im Jahr 2018 dauert der Ramadan vom 16. Mai bis zum 14. Juni.

 

Wer muss fasten?

Grundsätzlich muss jeder Muslim, der geistig und körperlich dazu in der Lage ist, fasten. Aber es gibt auch Ausnahmen. So sind Kranke, Schwangere und Kinder von der Fastenpflicht ausgenommen. Kinder sind Mädchen und Jungen, die die Pubertät noch nicht erreicht haben. Mit der Pubertät beginnt die Mündigkeit und damit auch die Pflicht, zu fasten. Davor sollten Kinder versuchen, wenigstens ein paar Tage zu fasten, um sich langsam daran zu gewöhnen. Und es gibt noch eine Ausnahme: Wer sich auf einer Reise befindet oder erkrankt, kann das Fasten unterbrechen und später dann nachholen.

 

Was ist anders während des Ramadan?

Für den Touristen ändert sich tagsüber während des Ramadan nicht viel. Alles geht seinen gewohnten Gang, die Geschäfte und die Sehenswürdigkeiten haben normal geöffnet. Auch die meisten Restaurants und Cafés sind offen. Denn anders als in einigen streng muslimischen Ländern kann der Tourist in Istanbul auch im Ramadan in der Öffentlichkeit essen und trinken.

Eine Besonderheit gibt es aber am frühen Morgen. Oft ziehen nämlich in aller Frühe junge Männer durch die Straßen und erledigen mit Gesang, Getrommel und lauten Rufen einen Weckdienst. Für Muslime wird es dann Zeit für den Sahur, das Mahl vor dem Sonnenaufgang. Wenn die Sonne aufgegangen ist, ruft der Muezzin und der Fastentag beginnt.

Ein besonderes Highlight erwartet den Touristen aber am Abend, nach Sonnenuntergang. Denn dann herrscht vor allem im Viertel Sultanahmet in der Gegend um die Blaue Moschee ein feierliches Treiben, das ein wenig an einen Weihnachtsmarkt erinnert. Die Moscheen und Minarette sind festlich beleuchtet und mit Lichterketten geschmückt. Diese Festbeleuchtung nennt sich Mahya. In den Straßen reihen sich bunte Buden aneinander und bieten Zuckerwatte, kandierte Früchte, Lutscher, süßes Gebäck, Kunsthandwerk, Andenken und verschiedene andere Attraktionen an.

Vor den Restaurants sind lange Festtafeln aufgebaut. Hier treffen sich Familie, Freunde und Nachbarn, um gemeinsam das allabendliche Iftar zu zelebrieren. Natürlich sind Touristen herzlich eingeladen, als Gäste an dem Mahl teilzunehmen. Zumal der Ramadan auch eine Zeit der Gemeinsamkeit, des Teilens und des Spendens ist.

Bevor das Essen beginnt, wird es noch einmal laut: Der Muezzin ruft und zusammen mit seinem Ruf klingeln, piepsen, vibrieren oder singen unzählige Handys. Ab jetzt darf gegessen werden. Neben den Restaurants füllen sich auch die Plätze um die Blaue Moschee. Denn viele Familien, die zum Fastenbrechen nicht ins Restaurant gehen, treffen sich hier mit Freunden und veranstalten gemeinsame Picknicks. Im Viertel Sultanahmet wird es also ganz schön voll und die Nacht wird in feierlicher Atmosphäre zum Tag.

 

Zu Ramadan in Istanbul – 6 Tipps

In einer Weltmetropole wie Istanbul bemerkt der Tourist tagsüber kaum, dass Ramadan ist. Es geht zwar insgesamt etwas langsamer und ruhiger zu, doch dem Touristen wird das nicht auffallen. Erst nach Sonnenuntergang hat der Tourist die Gelegenheit, die besondere Atmosphäre zu spüren und in das feierliche Treiben einzutauchen. Ein paar Kleinigkeiten sollte der Tourist aber trotzdem beachten:

1.       In Istanbul wird von Touristen nicht erwartet, dass sie fasten. Aus Rücksicht und Respekt sollte der Tourist aber versuchen, nicht unbedingt direkt vor den Augen eines gläubigen Muslims zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Auch eine etwas konservativere Kleidung, die zumindest die Knie und die Schultern bedeckt, zeugt von Respekt. 

2.       Es kann sein, dass einige Sehenswürdigkeiten, Ämter und Geschäfte etwas früher schließen, damit den Angestellten genug Zeit bleibt, um sich auf das abendliche Fastenbrechen vorzubereiten.

3.       Nach Feierabend möchten alle schnell nach Hause und später pünktlich zum verabredeten Dinner. Auf Istanbuls Straßen ist deshalb noch mehr los als ohnehin schon.

4.       Im Zentrum kann es vor Sonnenaufgang laut werden, wenn die jungen Männer die gläubigen Muslime zum Sahur wecken. Abends wird es vor allem in Sultanahmet voll und die Nacht wird zum Tag. Wenn der Tourist Ruhe und Erholung sucht, sollte er seine Unterkunft also besser woanders wählen.

5.       Viele Restaurants und Hotels bieten im Ramadan besondere Menüs oder große Buffets an. Dabei beginnt der Iftar traditionell, nach einer Empfehlung des Propheten Mohammed mit einer süßen Dattel und einem Glas Wasser. Die süße Dattel normalisiert den Blutzucker nach einem Tag ohne jegliche Nahrung. Zum Menü gehören dann eine spezielle Ramadan-Suppe und ein köstliches Brot. Danach folgen allerlei andere Leckereien. Als Abschluss lassen sich die Istanbuler gerne eine Portion Güllaç schmecken. Dieses Dessert besteht aus hauchdünnen Blättern aus Reisstärke, die mit Walnüssen gefüllt und mit einer süßen Milch getränkt sind. Güllaç ist ein traditionelles osmanisches Gericht und wird nur im Ramadan serviert. Wenn der Tourist die Möglichkeit hat, sollte er diese Köstlichkeit unbedingt probieren.

6.       Generell sollte der Tourist die Chance nutzen, das bunte, feierliche Treiben auf den Straßen hautnah zu erleben. In den Restaurants sind Touristen gern gesehene Gäste an den Festtafeln und wer privat zum Iftar eingeladen wird, sollte sich die Einladung nicht entgehen lassen. Nach dem Essen geht es dann erst richtig los. Die Istanbuler treffen sich, schlendern durch die bunt geschmückten Straßen oder gehen einkaufen. Viele Geschäfte und Basare haben geöffnet und es heißt, dass der Ramadan die Hauptumsatzzeit der Händler ist.

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