Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 2

Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 2

Istanbuls Geschichte ist sehr lang und hat unzählige Wendungen genommen. Verständlicherweise möchte so mancher Reisende in die Geschichte eintauchen und auf den Spuren längst vergangener Tage wandeln. Nur: Was ist im heutigen Istanbul eigentlich noch vom alten Konstantinopel übrig?

Die schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel, Teil 2

Welche Orte, Plätze und Bauwerke zeugen von den byzantinischen Zeiten? Was haben die Byzantiner hinterlassen, das sich der Reisende jetzt noch anschauen kann?

Vor Ort gibt es einige lokale Agenturen, die Sightseeing-Touren mit historischem Hintergrund anbieten. Genauso kann sich der Reisende aber natürlich alleine auf den Weg machen. Dafür haben wir eine mehrteilige Liste mit den schönsten Sehenswürdigkeiten aus dem alten Konstantinopel zusammengestellt.

Hier ist Teil 2.:

Die Theodosianischen Landmauern 

Über 1.000 Jahre lang schützten die Theodosianischen Land- und Seemauern Konstantinopel vor Angreifern. Das Mauerwerk setzt sich aus einer kleineren Mauer, einem Wassergraben, einer weiteren Mauer und schließlich einer Schlussmauer mit sieben Türmen zusammen.

Als ganz besonderes Bauwerk mit historischem Wert gehören die Landmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO. Allerdings sind die alten Stadtmauern von Konstantinopel nur noch zum Teil erhalten. Besonders sehenswert sind die Abschnitte am Goldenen Tor, dem Porphyrogennetos Palast und dem 1453 Museum.

Das Goldene Tor

Das Goldene Tor, auf türkisch Yedikule, war einst das prächtigste Stadttor Konstantinopels. Es durfte nur von den byzantinischen Kaisern geöffnet werden und auch nur dann, wenn sie eine Schlacht siegreich beendet hatten. Nachdem die Kaiser im frühen Mittelalter aber nur wenige Siege verzeichnen konnten, blieb das Goldene Tor mitunter mehrere Jahrzehnte lang geschlossen.

Später gab es dann gar keine Siege mehr und so blieb auch das Tor zu. Damit wuchs gleichzeitig der Respekt vor dem Stadttor und es entstanden viele Legenden, die dem Goldenen Tor magische Fähigkeiten zusprachen. So kam im alten Konstantinopel zum Beispiel der Glaube auf, dass derjenige, der durch das Goldene Tor geht, zum nächsten Kaiser gekrönt wird.

Aus diesem Grund ließen die byzantinischen Kaiser das Tor zumauern. Eine andere Legende besagt, dass Konstantin der XI, der letzte byzantinische Kaiser, vor dem alten Stadttor wiederauferstehen und zusammen mit seiner Armee Konstantinopel zurückerobern soll.

Unter den osmanischen Sultanen wurde der Komplex mit seinen dicken Festungsmauern zu einem Archiv und einem Gefängnis. Heute befindet sich im Goldenen Tor eine Polizeistation. Aus diesem Grund kann sich der Reisende das alte Stadttor nur von außen anschauen.

Der Porphyrogennetos Palast

Zwischen den Landmauern, der Chora Kirche und dem Goldenen Horn erstreckte sich das letzte Palast-Viertel der byzantinischen Kaiser. Nachdem der Große Palast im Stadtzentrum verfallen war, residierten die Kaiser zwischen 1280 und 1453 hier. Inzwischen ist die Palastanlage größtenteils verfallen. Gut erhalten ist aber der Porphyrogennetos Palast.

Das mehrstöckige Gebäude ragt nahezu unbeschädigt zwischen den nördlichen Landmauern hervor. Der Reisende muss sich zwar mit dem Außenanblick begnügen, denn das Betreten des Palastes ist leider verboten. Ein Abstecher hierher lohnt sich aber trotzdem.

Das 1453 Museum

Wenn sich der Reisende die alten Stadtmauern anschaut und einen Blick auf das Goldene Tor und den Porphyrogennetos Palast geworfen hat, sollte er die Gelegenheit nutzen und dem 1453 Museum einen Besuch abstatten. Das Museum erzählt von der Eroberung Konstantinopels durch die Türken.

Dabei beginnt die Geschichte mit zahlreichen Belagerungsversuchen, die nicht erfolgreich waren, und endet schließlich bei Sultan Mehmet dem Eroberer. Er hatte die Eroberung der Stadt viele Jahre lang akribisch vorbereitet und in diesem Zuge unter anderem Festungen am Bosporus gebaut, die Verstärkung über den Seeweg abhalten sollten.

Die Chora Kirche

Als die Chora Kirche in den 1950er-Jahren renoviert wurde, tauchten wunderschöne Fresken auf. Nach der Eroberung Konstantinopels wurde die Kirche in eine Moschee umgewandelt. In diesem Zuge wurden die Fresken übermalt.

Deshalb sind sie erhalten geblieben und konnten unbeschädigt wieder freigelegt werden. Inzwischen ist die Chora Kirche ein Museum und vor allem die Fresken gehören zu den eindrucksvollsten Beispielen für die prächtige Kunst des alten Konstantinopels.

Die Pammakaristos Kirche

Zu den bekanntesten Kirchen des spätbyzantinischen Konstantinopels gehört die Pammakaristos Kirche. Sie ist einen etwa 15-minütigen Fußmarsch von der Chora Kirche entfernt. Erbaut im Jahr 1292, wurde die Pammakaristos Kirche nach der Eroberung der Stadt zum Sitz des orthodoxen Patriarchen.

Zwischen 1587 und 1949 diente die Kirche dann als Moschee und bekam den Namen Fethiye Camii. Anschließend wurde aus dem sakralen Bauwerk ein Museum. Ähnlich wie in der Chora Kirche kann der Reisende auch in der Pammakaristos Kirche wunderschöne Fresken an den Wänden und in den Kuppeln bestaunen.

Die Mouchliotissa Kirche

Nach der Einnahme Konstantinopels ließ Sultan Mehmet der Eroberer alle Kirchen in der Stadt in Moscheen umwandeln. Mit einer einzigen Ausnahme. Nur die Mouchliotissa Kirche bleib die ganze Zeit über eine Kirche. Die Legende besagt, dass ein Versprechen von Sultan Mehmet an den Griechen Christodoulos der Grund dafür sein soll.

Christodoulos war der Architekt der Fathi Moschee, die ganz in der Nähe liegt. Zum Dank für den Bau der Moschee soll Sultan Mehmet dem Architekten versprochen haben, dass die Kirche für alle Zeiten in christlicher Hand bleiben wird.

Die Kirche befindet sich im bunten und lebendigen Stadtviertel Balat Fener. Hier findet der Reisende eine Reihe von sehenswerten Orten, darunter zum Beispiel jüdische Synagogen und orthodoxe Kirchen. Überhaupt ist das Viertel ein tolles Ausflugsziel fernab der klassischen Touristenpfade. Möchte der Reisende die Mouchliotissa Kirche besichtigen, muss er sich entweder einer Führung anschließen oder sich vorab anmelden.

Die Zeyrek, die Kalenderhane und die Gül Moschee

Wie schon erwähnt, veranlasste Sultan Mehmet, dass aus den Kirchen in Konstantinopel Moscheen werden. Drei Moscheen, die früher Kirchen waren und mit byzantinischer Architektur beeindrucken, sollte sich der Reisende anschauen. Das wäre zum einen die Zeyrek Moschee.

Sie war früher ein Kloster mit zwei Kirchen und einer Kapelle. Nach der Hagia Sophia ist der einstige Klosterkomplex das zweitgrößte Bauwerk mit christlichen Wurzeln in Istanbul.

Zum anderen lohnt sich ein Besuch der Kalenderhane Moschee. Im 9. Jahrhundert war sie ein römisches Bad, danach wurde sie zu einer Klosterkirche, zu einer Religionsschule des Kalender-Derwisch-Ordens und schließlich zur Moschee. Besonders Highlight neben der spannenden Geschichte sind die mit Marmor verzierten Innenwände, die Säulen und die teils erhaltenen Fresken aus der byzantinischen Zeit.

Die dritte Moschee in der Liste ist die Gül Moschee. Kurz vor der Eroberung der Stadt streuten die Konstantinopeler Rosenblätter in der Kirche aus. Daher hat die Moschee auch ihren Namen, der übersetzt Rosen-Moschee bedeutet.

Die Kirche zu Ehren der Heiligen Theodosia wurde aber nicht gleich zu einer Moschee, sondern wurde zunächst als Schiffswerft genutzt. Heute gehört sie zu den gut erhaltenen Bauwerken aus dem späten Konstantinopel.

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Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.
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