Der Pierre Loti Hügel in Istanbul

Der Pierre Loti Hügel in Istanbul

Eine Fahrt mit der Seilbahn, herrliche Aussichten, interessante Sehenswürdigkeiten und leckeres Essen: Das verspricht ein Ausflug zum Pierre Loti Hügel in Istanbul. Der Hügel befindet sich im Stadtteil Eyüp, direkt oberhalb vom Goldenen Horn.

Der Pierre Loti Hügel

Während der Pierre Loti Hügel ein beliebtes Ausflugsziel der Istanbuler ist, verirren sich Touristen nicht allzu oft hierher. Dabei lohnt sich ein Besuch! In diesem Beitrag zeigen wir, warum.

 

Die Fahrt mit der Seilbahn zum Pierre Loti Hügel

Unabhängig vom umliegenden Stadtteil und dem Goldenen Horn zählt die Seilbahn als solches zu den Istanbuler Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Einheimischen und Reisende aus arabischen Ländern nutzen gerne die Möglichkeit, sich von den Gondeln zur Bergstation bringen zu lassen.

Die Talstation befindet sich unweit der Galatabrücke am Goldenen Horn. Mit den Buslinien 36CE und 44B ist sie direkt zu erreichen. Eine Fahrt kostet um die vier Türkische Lira. Wer eine Istanbulkart für den öffentlichen Verkehr hat, kann die Seilbahnfahrt auch damit bezahlen.

 

Herrliche Aussichten vom Hügel auf Istanbul

Schon während der Fahrt mit der Seilbahn eröffnet der Blick aus dem Fenster der Gondel tolle Ausblicke auf die Stadt. Noch eindrucksvoller ist der Ausblick aber vom Hügel aus. Nicht umsonst gehört der Pierre Loti Hügel für viele zu den schönsten Aussichtspunkten in ganz Istanbul. Jedenfalls kann der Besucher von der Terrasse oberhalb der Seilbahnstation aus seinen Blick über das Goldene Horn und den Bosporus bis rüber zur asiatischen Seite der Metropole schweifen lassen.

Besonders schön ist die Ansicht gegen Abend. Wenn die Sonne allmählich untergeht und den Himmel in ein Farbenspiel aus Gelb und Rot taucht, erscheint die Metropole in einem einmaligen Licht. Durch den sanften Wind, der auf dem Hügel meistens weht, ist es auch im Sommer angenehm lau.

Das angenehme Klima und die schöne Aussicht haben vermutlich schon den Namensgeber des Hügels so fasziniert, dass er viel Zeit hier verbrachte. Pierre Loti war ein französischer Marineoffizier und Schriftsteller. Er lebte im 19. Jahrhundert in Istanbul. Besonders gerne saß er in einem seinerzeit kleinen Café, wo er türkische Wasserpfeife rauchte, Kaffee trank und das Essen genoss.

Die Legende besagt, dass sich Loti aber vor allem auch von einer verheirateten Frau angezogen fühlte. Sie wohnte nicht weit vom Café entfernt und ging immer wieder am Café vorbei. So konnten sich die beiden heimlich sehen. Die Liebesgeschichte hielt der Schriftsteller in seinem ersten Buch „Aziyade“ fest.

 

Gemütliche Cafés und gutes Essen in den Restaurants

Das Pierre Loti Café gibt es auch heute noch auf dem Hügel. Dazu haben sich inzwischen mehrere andere Cafés und Restaurants gesellt. Hier kann sich der Besucher bei einem ausgiebigen Frühstück, einem kleinen Imbiss oder einem leckeren Mittagessen stärken, bevor er sich aufmacht, um den Hügel zu erkunden. Aber natürlich kann er es sich auch einfach nur bei einer Tasse Tee oder Kaffee gemütlich machen. Denn die Restaurants haben allesamt wunderschöne Gärten, die dazu einladen, zu verweilen und die Aussicht zu genießen.

Im Unterschied zu Istanbuls Altstadt und anderen berühmten Stadtteilen ist der Pierre Loti Hügel kein klassisches Touristenziel. Deshalb geht es hier deutlich ursprünglicher zu.

Der Besucher sollte türkische Lira einstecken haben, denn oft kann die Rechnung im Restaurant oder Café nicht in Euro bezahlt werden. Die Kellner wiederum sprechen nicht unbedingt Englisch oder Deutsch. Die Speisekarten sind zwar oft auf Englisch verfasst, aber zur Not muss die Verständigung eben mit Händen und Füßen erfolgen. Dafür sind die Preise sehr moderat.

 

Sehenswürdigkeiten rund um den Pierre Loti Hügel

An der steilen Ostseite des Hügels befindet sich einer der wenigen Friedhöfe der Istanbuler Innenstadt, der erhalten geblieben ist. Hier reihen sich historische Grabsteine an zeitgenössische Gräber.

Wenn der Besucher möchte, kann er den Rückweg zu Fuß antreten. Sein Spaziergang führt ihn dann von der Bergstation aus zunächst durch einen Wald und anschließend durch die schmalen Wege des Friedhofs, bis er schließlich am Goldenen Horn ankommt.

Etwa fünf Gehminuten vom Pierre Loti Hügel aus entfernt, befindet sich die Eyüp-Sultan-Moschee. Zusammen mit dem Topkapi Palast, in dem Reliquien des Propheten Mohammed aufbewahrt werden, gehört die Moschee zu den wichtigsten muslimischen Pilgerstätten in Istanbul.

Die Geschichte hinter der Eyüp-Sultan-Moschee ist folgende:

Abu Ayyub al-Ansaris war ein Weggefährte und der Fahnenträger des Propheten Mohammed. Nach Mohammeds Tod nahm er an der ersten Belagerung von Konstantinopel teil. Während dieser Belagerung verstarb er irgendwann zwischen 669 und 674 als über 90 Jahre alter Mann in seinem Zelt. Sein Grab blieb unversehrt, bis Konstantinopel von Kreuzfahrern des römischen Reiches erobert wurde. Die Legende besagt, dass sein Grab erst wiedergefunden wurde, nachdem die Osmanen Konstantinopel erobert hatten. Die Träume des Gelehrten Aksemseddin sollen den Weg zum Grab gewiesen haben. Heute befindet sich eben dieses Grab in der Eyüp-Sultan-Moschee.

Unbedingt sehenswert sind auch die Stadtviertel Balat und Fener, die auf dem Weg zum Pierre Loti Hügel liegen. Das Orthodoxe Patriarchat von Konstantinopel, die Synagogen, die Griechische Schule, die gemütlichen Bars und die Häuser mit ihren wunderbar bunten Fassaden lassen den Besucher eine ganz neue Facette von Istanbul erleben. Ebenfalls sehenswert ist die historische Landmauer. Auf dem Weg zum Hügel kommt der Besucher am nordöstlichen Ende der Mauer vorbei.

 

Ein Tipp zum Schluss

Die Einwohner von Istanbul fahren gerne auf den Pierre Loti Hügel, um dort ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. Vor allem an den Wochenenden können die Schlangen an der Tal- und der Bergstation der Seilbahn deshalb ziemlich lang sein. Der Besucher sollte seinen Ausflug auf den Hügel nach Möglichkeit auf einen Wochentag legen.

Und er sollte sich entweder morgens oder am späten Nachmittag auf den Weg machen. Morgens kann er es den Istanbulern gleichtun und gemütlich frühstücken. Am späten Nachmittag wiederum kann er den herrlichen Sonnenuntergang genießen.

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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