Der Stadtverkehr und Nahverkehr in Istanbul

Der Stadtverkehr und Nahverkehr in Istanbul

 

Das enorme Verkehrsaufkommen ist eine echte Herausforderung für Istanbul. Dies liegt aber nicht nur an der riesigen Anzahl der Verkehrsteilnehmer, sondern auch an den Strukturen der Stadt. Wie in osmanischen Städten üblich, setzt sich Istanbul aus Stadtteilen zusammen, die in sich geschlossen sind.

Meist gibt es eine Freitagsmoschee, die den Mittelpunkt bildet, und die Gebäude sind um diese Moschee herum angeordnet. Durch ein paar öffentliche Zufahrten und Privatstraßen, die oft enge Sackgassen sind, ist das Straßennetz innerhalb der Quartiere mit einem Labyrinth ohne breite Durchgangsstraßen vergleichbar.

Zwischen den einzelnen Stadtteilen gibt es nur lose Verbindungen. Um das Verkehrsproblem zu lösen, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Bau von breiten Straßen und Plätzen für den Auto- und Busverkehr begonnen. Mittlerweile ist im ganzen Stadtgebiet ein Straßennetz entstanden, das Binnen- und Durchgangsstraßen innerhalb der Stadtteile umfasst und das Zentrum durch Verbindungsstraßen mit den Stadtrandlagen verbindet.

Auch die Straßen- und U-Bahn-Netze wurden kontinuierlich ausgebaut. Seit der S-Bahnstrecke unter dem Bosporus und Anbindung der Metrolinien bei Yenikapı im europäischen Teil und bei Ayrılıkçeşme im asiatischen Teil verfügt Istanbul über ein zusammenhängendes Schienenverkehrsnetz für den Nahverkehr.

Weitere Ausbauten der S- und U-Bahnstrecken sind jedoch geplant. So sollen beispielsweise die U-Bahn-Strecken bis 2019 auf 505km ausgebaut werden, um so ein geschlossenes Nahverkehrssystem zu erreichen.

 

Hier nun aber der Stadt- und Nahverkehr in Istanbul im Einzelnen:

 

Der Straßenverkehr

Über Istanbuls Straßen rollen täglich unzählige Busse, Sammeltaxis (Dolmuş), Taxis, Privatautos und Lkws. Lastenträger (hamal) sind heute nur noch selten auf den Straßen zu sehen. Die Taxis, die in Istanbul gelb sind, sind in sehr großer Anzahl vertreten.

Das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs sind jedoch Stadtbusse. In Taksim, Eminönü, Beyazıt und an anderen wichtigen Knotenpunkten gibt es Busbahnhöfe. Seit September 2007 setzt die Istanbuler Stadtverwaltung außerdem Metrobusse (Metrobüs) ein.

Sie bedienen derzeit drei Linien, nämlich die 34 von Avcılar bis Zincirlikuyu, die 34A von Edirnekapı bis Söğütlüçeşme und die 34T von Avcılar bis Topkapı. Dass die Linien die Zahl 34 im Namen haben, ist übrigens kein Zufall. Vielmehr ist die 34 die Kreiszahl Istanbuls und wird unter anderem auch bei den Kfz-Kennzeichen und den Postleitzahlen verwendet.

 

Der Schienenverkehr

Eine wichtige Rolle für den öffentlichen Nahverkehr in Istanbul spielen neben den Bussen und Sammeltaxis auch die S- und U-Bahnen sowie die Stadtbahnen.

 

Dabei gibt es in Istanbul folgende Möglichkeiten, um das Schienennetz zu nutzen:

 

·         Die Metro Istanbul (İstanbul Metrosu) ist die U-Bahn der türkischen Metropole. Sie besteht seit 1989 und bedient derzeit fünf Linien. Die Linie M1A beginnt in Aksaray und endet am Atatürk Flughafen, die Linie M1B verläuft zwischen Otogar und Kirazlı. Die Linie M2 beginnt in Yenikapı und führt über das Goldene Horn hinweg bis nach Şişhane im Stadtteil Beyoğlu.

Daneben gibt es die Linien M3 zwischen Kirazlı und Metrokent und die Linie M4 von Kadıköy bis Kartal. Zwei weitere Linien, nämlich die M5 von Üsküdar bis Çekmeköy-Sancaktepe und die M6 von Levent bis Hisarüstü, sind derzeit im Bau und sollen beide 2015 eröffnet werden. Außerdem sind die Linien M7 von Kabataş bis Mahmutbey und M8 von Bakırköy nach Beylikdüzu geplant.

 

·         Die S-Bahn Istanbul (Banliyö Tren) verkehrt zwischen Kazlıçeşme und Ayrilikçeşme. Dazu nutzt sie den 13,6km langen Marmaray-Tunnel, der den europäischen Teil der Stadt mit dem asiatischen Teil Istanbuls verbindet. Westlich und östlich des Tunnels verlaufen die beiden Strecken B1 und B2. Sie werden derzeit aber modernisiert und sind deshalb nicht in Betrieb. Die Arbeiten sollen bis 2015 abgeschlossen sein.

 

·         Die Hafif Metro Istanbul ist eine Nahverkehrslinie im europäischen Teil der Stadt. Die Linie heißt T4 und umfasst 22 Stationen zwischen Topkapı und Mecid-i Selam. 

 

·         In Istanbul gibt es zwei Standseilbahnen. Die eine Standseilbahn ist die Tünel-Bahn, die zwischen Karaköy und dem Tünel-Platz in Beyoğlu verläuft. Eine Linienbezeichnung gibt es für diese Strecke nicht. Die Tünel-Bahn ist seit 1875 in Betrieb und damit die drittälteste U-Bahn der Welt. Die andere Standseilbahn ist die Füniküler Kabataş–Taksim, kurz F1. Sie verbindet Kabataş mit dem Taksim-Platz. Für die Strecke benötigt die Bahn 110 Sekunden.

 

·         Im Großraum Istanbul verkehren drei Straßenbahnlinien. Die Linie T1 führt durch das historische Istanbul. Sie beginnt in Kabataş und endet in Bağcilar. Neben Berufspendlern wird die Straßenbahnlinie T1 gerne von Touristen genutzt, denn viele der bekannten Sehenswürdigkeiten Istanbuls liegen an der Strecke.

Die Straßenbahnlinie T3 passiert die engen und hügeligen Straßen zwischen Kadıköy und Moda im asiatischen Teil Istanbuls. Bei dieser Strecke handelt es sich um eine Ringstrecke, wodurch die Straßenbahnen nur in eine Richtung fahren.

Die Fahrzeuge selbst sind historische Straßenbahnen, die zum größten Teil von der Straßenbahn Jena stammen. Die Nostaljik Tramvay ist ebenfalls eine historische Straßenbahn. Sie pendelt zwischen dem Tünel- und dem Taksim-Platz. Eine eigene Linienbezeichnung hat die Straßenbahn nicht.

 

Der Schiffsverkehr

Ein weiterer wichtiger Pfeiler für Istanbuls Stadt- und Nahverkehr ist die Schifffahrt. Zwischen der europäischen und der asiatischen Seite überqueren täglich und zeitlich eng getaktet sehr viele Passagierschiffe und Autofähren den Bosporus.

Die wichtigsten Anleger befinden sich im europäischen Teil in Bakırköy, Eminönü, Karaköy und Besiktaş. Auf der asiatischen Seite sind dies die Anlegestellen in Beykoz, Kadıköy, Kartal, Maltepe und Üsküdar. Zudem gibt es täglich Fährverbindungen zwischen Kadıköy und den drei Prinzeninseln.

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Thema: Der Stadtverkehr und Nahverkehr in Istanbul

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Redakteure

Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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