Kleiner Reiseführer für Dalyan, Teil 1

Kleiner Reiseführer für Dalyan, Teil 1

Dalyan ist ein kleiner Ort an der Türkischen Ägäis. Die geschichtsträchtige Umgebung mit den Ruinen von Kaunos und den Karischen Felsengräbern sowie der Iztuzu Strand am Dalyan Delta sorgen dafür, dass sich das einstige Bauerndorf zu einem immer beliebteren Reiseziel entwickelt. Doch obwohl der Tourismus erwacht, ist Dalyan nicht mit den typischen Badeorten zu vergleichen. In einem kleinen Reiseführer stellen wir Dalyan vor!

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Kleiner Reiseführer für Dalyan, Teil 1

Ein kurzer Blick in die Geschichte von Dalyan

Dalyans Geschichte ist eng mit der Geschichte von Kaunos verknüpft. Kaunos wurde vor rund 3.000 Jahren von den alten Griechen gegründet. Die Stadt gehörte zum Attischen Seebund und war Teil des Festlandbesitzes von Rhodos. Direkt am Meer und entlang von Seerouten gelegen, wurde Kaunos durch den Handelshafen zu einer reichen Hafenstadt.

Kaunos lag an der Mündung des Dalyan Flusses. Im Laufe der Jahrtausende bildete sich an der Flussmündung das Dalyan Delta. Das hatte zur Folge, dass die Hafenstadt irgendwann gar nicht mehr am Meer lag, sondern ein paar Kilometer ins Landesinnere gerückt war.

Als weiteres Problem kam dazu, dass es Krankheitserreger leicht hatten, sich in der sumpfigen Landschaft zu verbreiten.

Die Region rund um Kaunos hieß einst Karien. Daher kommt auch der Name der Felsengräber, die Karische Gräber genannt werden. Die Gräber entstanden vor rund 2.400 Jahren. Könige und andere wichtige Persönlichkeiten aus Kaunos fanden darin ihre letzte Ruhestätte. Heute gehören die Felsengräber zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Dalyan.

Während des Römischen Reiches wurden in Kaunos einige Prachtbauten errichtet. Dazu gehören zum Beispiel Brunnen, Thermen, ein zentraler Festplatz und ein großes Theater. Später kamen auch byzantinische Kirchen dazu.

In der Mitte des vergangenen Jahrtausends ereilte Kaunos dann aber das gleiche Schicksal wie viele antike Städte an der türkischen Südküste. Als die Seldschuken und die Osmanen kamen, verließen die Einwohner die Stadt. So wurde aus der antiken Großstadt das kleine Bauerndorf Dalyan.

Viele Jahre lang schlummerte Dalyan dann in einer Art Dornröschenschlaf vor sich hin. Erst als in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten der Tourismus aufkam, erwachte das Dorf zu neuem Leben. Allerdings hat sich Dalyan anders entwickelt als die umliegenden Badeorte.

Der Grund dafür ist, dass der Dalyan Fluss unter Naturschutz steht, denn im Delta am Iztuzu Strand brütet die bedrohte Caretta-Meeresschildkröte. Und der Naturschutz hat Dalyan vor großen Bettenburgen direkt an den tollen Stränden bewahrt.

Die Anreise nach Dalyan

Von Deutschland aus werden die meisten Urlauber vermutlich mit dem Flugzeug anreisen. Der nächste Flughafen ist Dalaman. Er liegt rund 25 Kilometer von Dalyan entfernt. Während der Hochsaison ist das Angebot an Direktflügen von so gut wie allen deutschen Flughäfen groß.

In der Vor- und der Nachsaison gibt es ebenfalls Direktflüge, allerdings ist die Auswahl etwas kleiner. Außerhalb der Saison wird der Urlauber meist erst nach Istanbul oder Izmir und von dort aus weiter nach Dalaman fliegen müssen.

Eine echte Alternative zum Flughafen in Dalaman gibt es nicht. Denn andere Flughäfen wie zum Beispiel Bodrum Milas oder Antalya sind über 200 Kilometer entfernt.

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Für den Transfer vom Flughafen bis ins Hotel nach Dalaman kann der Urlauber einen Sammelbus nehmen oder einen Privat-Transfer buchen. Der Transfer mit einem Sammelbus ist vergleichsweise günstig. Allerdings wartet der Bus, bis alle Gäste da sind, und fährt auf der Tour die verschiedenen Hotels der Gäste an. Dadurch verlängert sich die Fahrtzeit entsprechend.

Bei einem Privat-Transfer bringt der Fahrer den Urlauber direkt in seine Ferienunterkunft. Die Kosten berechnen sich nach der Fahrstrecke. Teilen sich drei bis vier Gäste ein Auto, ist ein Privat-Transfer deshalb nur minimal teurer als ein Sammelbus, bei dem der Preis pro Mitfahrer fällig wird.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Urlauber einen Mietwagen nimmt. Verleihfirmen gibt es am Flughafen, daneben kann der Urlauber das Auto über sein Hotel oder direkt bei einem lokalen Anbieter in Dalyan buchen. Vor allem im Sommer sollte der Urlauber seinen Mietwagen aber schon im Vorfeld reservieren. Andernfalls kann es passieren, dass kein Fahrzeug mehr verfügbar ist.

Die Fahrtzeit mit dem Auto beträgt etwa eine halbe Stunde. Dabei kann der Urlauber entweder die Schnellstraße von Dalaman nach Dalyan nehmen oder er fährt über Land durch die kleinen Dörfer.

Hotels und Unterkünfte in Dalyan

Der gleichnamige Fluss prägt den kleinen Ort Dalyan. Er fließt direkt durch das Zentrum, wo sich auch die Unterkünfte, die Gastronomie und die Anlegestellen für Boote befinden. Der Naturschutz am Dalyan Delta und dem feinsandigen Iztuzu Strand hat eine andere Art des Tourismus entstehen lassen.

So gibt es in Dalyan keine großen Hotelanlagen, die mit günstigen All-Inklusive-Angeboten locken.  Und es stehen auch keine Hotels direkt am Strand. Stattdessen setzen die Hoteliers in Dalyan auf Qualität und Individualität.

Es gibt viele kleine Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, für die zum Teil alte, traditionelle Wohnhäuser umgebaut wurden.

Dieses Konzept wirkt sich auf die Preise aus. Insgesamt liegen die Kosten für einen Urlaub in Dalyan etwas über dem türkischen Durchschnitt. Dafür kann der Urlauber aber eben auch eine persönliche Atmosphäre und qualitativ hochwertige Unterkünfte genießen.

Fühlt sich der Urlauber in einer großen Anlage direkt am Strand und mit All-Inklusive-Versorgung wohler, kann er auf benachbarte Städte wie Fethiye, Sarigerme oder Marmaris ausweichen und die Gegend um Dalyan bei Tagesausflügen erkunden.

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Emine Gülcan, 46 Jahre, Immobilienmaklerin in Istanbul und Marmaris, Ali Tiyekli, 48 Jahre, Immobilienmakler, Malek Sahouri, 35 Jahre, Reiseblogger, Mehmet Keskin, 42 Jahre, Rechtsberater und Christian Gülcan, Betreiber und Redakteuer dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zu den Immobilienerwerb in Istanbul bzw. in der Türkei, geben viele Tipps und Reiseinformationen für die Region.

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